Autor: Willi Honegger, Pfarrer Ref. Kirche Bauma
In den Blogbeiträgen Jesus, seine Briefe an uns erfolgte in Sendscheiben Themen 1 https://ttc-cornerstone.org/jesus-christus-sendschreiben-an-uns/ Sendschreiben Themen 2 https://ttc-cornerstone.org/cornerstone-paper-bibeltexte-sendschreiben-teil-2/ eine themenbezogene Zusammenfassung von Bibeltexten.
Die Reihe Jesus, seine Briefe an uns setzen wir mit einer Predigtreihe von Willi Honegger, Pfarrer Ref. Kirche Bauma fort. Willi Honegger versteht es sehr gut, die einzelnen Sendschreiben in den aktuellen Bezug unserer Zeit zu setzen und damit auch einen persönlichen Bezug für uns als wachsame Christen herzustellen. Eine gute Orientierung und Ermutigung für unserer Zeit.
Wir beginnen mit einer Einführung in die Predigtreihe und der Predigt zum 1. Sendschreiben an die Epheser. Die Predigt kann auch über YouTube angehört werden https://www.youtube.com/watch?v=yo0vwKlujeM
Einführung in die sieben Sendschreiben
Immer wieder haben diese beiden Kapitel im letzten Buch der Bibel eine ganz besondere Anziehungskraft auf die Kirche ausgeübt. Nicht, weil sie sich darin in ihrem eigenen Glanz sonnen könnte. Ganz im Gegenteil: Die Not der Gemeinde Jesu wird hier ungefiltert ausgesprochen. Und ebenso uneingeschränkt wird die über ihr liegende Verheissung ausgesprochen. Ja, über der Kirche liegt ein heller Glanz. Doch, es ist nicht der ihrige, es ist das Licht Jesu Christi, ihres auferstandenen Herrn und Heilands.
Im Eröffnungskapitel der Offenbarung begegnet Johannes dem auferstandenen Christus. Was er da zu sehen bekommt, übersteigt seine Vorstellung von Schönheit und Herrlichkeit. Er ist davon derart überwältigt und erschüttert, dass er wie tot zu Boden fällt. Darauf bekommt er den Auftrag: «Schreibe auf, was du gesehen hast!» Wem soll er dies schreiben? Den sieben Gemeinden – die Zahl sieben symbolisiert die Gesamtheit der Kirche. Weiter wird ihm gesagt: «…und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden.» Ja, die Gemeinde Jesu ist ein Leuchter in einer sich verfinsternden Welt. Die sieben Sendschreiben der Offenbarung rufen die Kirche auf, ihr Amt als Leuchter treu auszuführen.
Die Gemeinde Jesu ist das Fenster, durch das die Herrlichkeit Gottes in die Dunkelheit hinein kommen soll. Ist es so, dann liegt alles daran, dass dieses Fenster durchsichtig und klar erhalten bleibt. In einer Welt voll Dunkelheit zeigt dieses «durchstrahlende» Licht den Weg der Rückkehr zum himmlischen Vater. Damit wird die Verantwortung der Kirche gross. Sie kann ja nicht selber das Licht hervorbringen. Jesus Christus muss in ihr Wirklichkeit sein, damit sein Licht hinausstrahlt. Sie darf darum dieses Licht nicht verdecken, darf sich nicht dafür schämen oder es nach eigenem Gutdünken trüben. Denn – stets fängt der Niedergang in einer Generation am Heiligtum an. Zuerst zerfällt die Kirche, danach die Familien, dann der gesellschaftliche Zusammenhalt, am Schluss die staatliche Ordnung!
Die sieben Sendschreiben sind darum nicht eine Klage über die «böse Welt». Sie sind eine ernste Botschaft an die Kirche, ihr Amt eines Leuchters treu zu erfüllen. Darum setzt die Predigt des Gerichts dort an, wo es am nötigsten ist – bei jenen, die Eigentum Jesu sind und es (unter dem Druck der Anfeindungen des Zeitgeistes) nicht mehr völlig sein möchten. Darum muss dort die Erneuerung des Glaubens beginnen, wo man das Wort Gottes noch bei sich hat. Siebenfach hämmert die Botschaft der Busse und der Erneuerung auf sie ein. Jesus spricht mit solcher Wucht zu seiner Kirche, weil sie sein auserwähltes Werkzeug ist, mit der er eine verlorene Welt wieder zum Vater «zurück leuchten» will.
Die Sendschreiben der Offenbarung sind nicht für Leute mit grossem Harmoniebedürfnis; auch nichts für solche, die alles «positiv formuliert» haben wollen. Es ist für jene, die sich nach nichts mehr sehnen als nach der Wahrheit Gottes und nach einer geistlichen Erneuerung in unserer verwirrten Generation.
Einführung Ephesus
Liebe Gemeinde unseres Herrn Jesus Christus!
Wir treten nun ein in einen Teil des Neuen Testaments, der in allen Generationen der Christenheit stets eine grosse Aufmerksamkeit auf sich zog: Es sind die sogenannten „sieben Sendschreiben“ in den Kapiteln 2 und 3 der Offenbarung.
Die Zahl „Sieben“ bedeutet die Ganzheit der Gemeinde Jesu: Angesprochen ist damit die gesamte christliche Gemeinde über alle Generationen hinweg, bis Jesus wiederkommt.
In den 7 Sendschreiben spricht Jesus selber zu seiner Gemeinde. Alle Sendschreiben enthalten eine starke Ermutigung Jesu, damit die Kirche durchhält in den Zeiten der Anfechtung und Not. In fünf der sieben Briefe steht ein scharfer Tadel, mit dem Jesus seine Gemeinde zur Treue zurück ruft.
Predigttext: Offb. 2,1-7
Ephesus ist im Neuen Testament eine wichtige Stadt: Paulus besucht Ephesus auf seiner 3. Missionsreise (Apg 19). Priscilla und Aquila waren schon vorher dort (Apg 18,23-28). Vor der Rückreise nach Jerusalem trifft Paulus (Apg 20,17-38) nochmals die Ältesten von Ephesus und redet ihnen ins Gewissen.
Und da ist noch der Epheser-Brief des Apostels Paulus; bis heute ist dieser Brief ein reicher Segen für die Kirche. Nach dem Fall Jerusalems und Zerstörung des Tempels [70 n.Chr.] wird Ephesus die inoffizielle „Hauptstadt der Christenheit“.
„So spricht, …der einhergeht inmitten der sieben goldenen Leuchter…“ [aus Vers 1]
Jesus steht also in der Mitte der Gemeinden, und damit in der Mitte seiner weltweiten Kirche: Jesus ist nicht Berater, Coach oder Motivator der Kirche. ER ist ihr Herr, SEIN Wort steht über der Kirche.
Drei Dingen wollen wir heute genauer nachgehen:
Jesus begegnet SEINER Gemeinde mit…
- …Lob
- …Tadel
- …Verheissung
1 Mit Lob
Uns als Christen des 21.Jahrhunderts fällt sofort auf:
Die Gemeinde in Ephesus erntet grosses Lob für Dinge, nach denen heutige Kirchen kaum je suchen; für etwas, das die Kirchen des Westens gar nicht anstreben. „Ich kenne deine Werke und deinen Einsatz [aus Versen 2-3] und deine Beharrlichkeit…. Ausgeharrt hast du, und um meines Namens willen erträgst du dies alles und bist nicht müde geworden.“
Jesus sieht hinein in all das, was in SEINER Kirche an wahrhaftiger geistlicher Arbeit getan wird: Das Kleine und Unscheinbare sieht er. ER sieht die Treue, die Ausdauer, das Ringen im Gebet. Jesus weiss um das Ausharren in schwieriger Zeit (in der Lesung aus 2.Mose 1,8-21 hörten wir von den beiden hebräischen Hebammen, die unter Gefahr treu blieben…!) ER sieht die Ermattung jahrzehntelangen Engagements. Jesus wertet es hoch, wenn Dinge treu ertragen werden, damit SEIN Reich wächst und SEIN Name damit geehrt wird.
All dies schenkt uns einen neuen Blick auf unser tägliches Mitwirken an der Kirche. Nein, mit all dem brandet einem kein Applaus der Menge zu. Weltliche Medien haben dafür kein Interesse – verständlich. Nicht einmal christliche Zeitschriften interessieren sich dafür – sie möchten lieber von jenen Kirchen berichten, die ständig neue Verpackungen produzieren.
Für noch etwas lobt Jesus die Gemeinde in Ephesus; etwas, das heute erst recht kein Lob bekäme: „…und ich weiss, dass du die Bösen nicht ertragen kannst, dass du geprüft hast, die da sagen, sie seien Apostel, und es nicht sind, und dass du sie als Lügner entlarvt hast.“ [aus Vers 2]
In der Gemeinde von Ephesus hat man einen wachen Blick für die Reinheit der Lehre. Man möchte beim wahrhaftigen Evangelium bleiben, bei Gottes Botschaft, wie ER selber sie in der Bibel offenbarte. In Ephesus hat man problematische Lehren aufgedeckt. Einige in den eigenen Reihen spielen sich als Apostel auf, verbreiten Dinge, die weder von Jesus noch aus der Bibel stammen: Schon Paulus schreibt von diesem Problem [2.Kor 11,13-15] der sogenannten „falschen Apostel“ (Pseudo-Apostel). Es ist jene hinterhältige List des Bösen, die Gemeinde Jesu von innen her zu zersetzen – mit Anschauungen und Lehren, die täuschend ähnlich sind und doch nicht zu Jesus, sondern von IHM weg führen.
Wir kennen das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen [Mt 13]: Sobald der gute Samen des Evangeliums ausgesät ist und wächst, macht sich auch der Böse an die Arbeit und sät etwas täuschend Ähnliches dazwischen hinein.
Es leuchtet wohl jedem ein, wie aktuell dies heute ist. Das gefälschte Evangelium in unsern Tagen lautet ungefähr so: Die Aufgabe der Kirche sei es, für alles offen zu sein, was die Menschen gerne möchten. Es komme nicht darauf an, was man als Wahrheit anschaut, sondern nur, dass man miteinander lieb umgeht; dass niemand diskriminiert und niemand enttäuscht wird. Wenn die Kirche dies tut, darf sie noch etwas bleiben.
In schroffem Kontrast dazu steht das Neue Testament. Überall wird die Gemeinde Jesu dazu aufgefordert, die Reinheit der Lehre und das Wort Jesu zu bewahren: Wir dürfen das Evangelium nicht eintauschen gegen eine post-moderne Wohlfühl-Mentalität. Dieser klebrige Ratschlag der Welt an die Kirche, es dürfe ihr doch stets nur um die Liebe gehen, müssen wir entlarven mit dem Schwert des Geistes, mit dem Wort des lebendigen Gottes:
Liebe im Sinne der Bibel ist in erster Linie die Treue zum Wort und zum Gebot Gottes. Aus dieser Treue zu Gott wächst die Liebe zum Mitmenschen.
Der weltliche Mensch sagt: „Überall, wo Liebe [in meinem Sinn] drin ist, ist Gott da.“ Als Nachfolger Jesu hingegen sagen wir: „Überall, wo Gott dabei ist, ist Liebe da!“
2 Der Tadel
Beim Tadel an die Gemeinde von Ephesus fällt uns auf: Für das, wofür die Gemeinde hier getadelt wird, würde die Kirche in unsern Tagen von der Welt gelobt.
Schauen wir genauer hin, was Jesus sagt: „Ich habe dir aber vorzuwerfen, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“ [Vers 4] Zunächst meint man, es gehe einfach um die Liebe zueinander; d.h., dass man in Ephesus etwas lieber zueinander sein soll. Zwar ist dies auch etwas Wichtiges – und an mancher Stelle im Wort Gottes werden wir dazu aufgerufen. Doch hier geht es nicht um dies: Es geht um die Liebe zu Jesus Christus.
Wenn die Kirche Jesus wahrhaftig liebt, dann dient sie IHM. Jesus dienen heisst, IHM nachfolgen. IHM nachfolgen heisst, IHN bezeugen, mutig SEIN Wort verkündigen, wo immer es möglich ist.
Dies ist es, was man in Ephesus versäumt: Man tut dort viel Richtiges (wir hörten davon). Das mutige Bekennen des Namens Jesu nach aussen hat man aber vernachlässigt. Zweifellos hatte man gute Gründe dafür: Eine Kirche, die bekennt, dass Jesus allein der Herr ist, bekam allergrösste Probleme im Römerreich. Andere Dinge buhlten um die öffentliche Ehre der Menschen – der Kaiser in Rom, die diversen Göttertempel, die heidnischen Rituale und Volksfeste.
Niemand hätte jedoch etwas dagegen einzuwenden, wenn die Gemeinde in Ephesus hinter verschlossenen Türen christliche Lieder singt und aus der Bibel liest: Doch, nichts soll hinausdringen in den öffentlichen Raum! Dieser gehört den Mächten dieser Welt und dem Satan!
Wir verstehen die Gemeinde in Ephesus besonders gut, weil die Kirchen des Westens es genauso machen: Viele Kirchen in unsern Tagen brüsten sich damit: ‘Wir verkündigen das Evangelium in zeitgemässer Form!’ Damit meinen sie aber nicht äussere Formen, die zu den heutigen Gepflogenheiten passen (Beamer, Power-Point-Präsentationen, zeitgenössische Musik). Man meint etwas viel Tiefgreifenderes: Weg von der unsichtbaren Heilslehre der Bibel, weg von den übernatürlichen Wundern, weg von der Botschaft von Gnade und Gericht, von Erlösung und Ewigkeit. Dafür hin zu den Problemen der irdischen Gegenwart:
Gleichberechtigung von Minderheiten, Rettung des Klimas, Kampf gegen den Welthunger, usw. Dies ist der frevelhafte Versuch, das Evangelium umzupolen: Von einer Heilslehre mit Folgen für die Ewigkeit zu einer irdischen Weltverbesserungs-Strategie. Doch, die Antwort auf die Nöte der Welt findet der Christ in Gott selber, in Jesus Christus.
Der rastlose Mensch muss in Gott die Ruhe finden, damit er aufhört die ganze Welt zu verpesten. Der egoistische Zeitgeist muss in den Gehorsam zum biblischen Gott geführt werden. Die Wahrheit liegt in Gott und nicht in unsern guten Taten!
„Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist, kehr um zu den Werken des Anfangs; wenn nicht, werde ich zu dir kommen und deinen Leuchter von seinem Platz stossen“ [aus Vers 5]
Die Rückbesinnung ist eine starke geistliche Kraft. Sie ist der Orientierungspunkt, an dem man den Verlust sieht: Wer eine Vergangenheit mit Gott hatte, kann wieder an sie anknüpfen. Gesegnet sind jene Kirchgemeinden, die noch auf eine Zeit zurückschauen können, wo geistliches Leben in ihren Reihen da war.
Ähnlich wie der verlorene Sohn im Gleichnis [Lk 15,11-32], der sich in seinem Elend am Sau-Trog zurück erinnert, dass er der Sohn des Vaters ist; dass er einmal eine wirkliche Heimat hatte. Weil er dies noch wusste, wusste er auch den Weg aus seinem Dreck und Schlamassel heraus, zurück zum Vater.
Was Jesus hier sagt, ist nun wirklich bedrohlich – und weil Jesus selber dies sagt, müssen wir hinhören: „…wenn nicht, werde ich zu dir kommen und deinen Leuchter von seinem Platz stossen.“
Wenn der Leuchter der Gemeinde Jesu nichts mehr taugt, wird er von seinem Platz entfernt – von Jesus selber!
Momentan werden wir Zeugen davon, wie bei uns in Westeuropa die Kirchen wegsterben; wie reihenweise Kirchgemeinden faktisch eingehen, nur noch dem Schein nach existieren – oder ihre Kirchentüren ganz verschlossen bleiben.
Man soll dies nicht leichtfertig hinnehmen, oder so tun, als sei dies nur ein Problem an andern Orten: Jesus steht vor unserer Tür und will unsern Gehorsam, unsere Liebe zu IHM, unsere Hingabe an SEIN Wort der Bibel! Die Lichter der Kirche in unsern Breitengraden können auch für immer verlöschen – an andern Orten der Welt, wird das Wort Gottes begierig aufgenommen und mit Eifer an andere weiter gegeben!
3 Die Verheissung
Alle 7 Sendschreiben schliessen mit einem wunderbaren Ausblick. Es sind Verheissungen in der höchsten Potenz, denn sie stehen ja kurz vor dem Abschluss der Bibel – sie sind also das letzte Vermächtnis Jesu für uns!
„Wer den Sieg erringt, dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht.“ [aus Vers 7]
Daran dürfen und sollen wir als Kirche festhalten. Als Gemeinde Jesu leben wir aus dieser Verheissung. Solange wir uns daran klammern, schenkt Jesus uns ständig neu geistliches Leben.
Es erschüttert mich, wie gleichgültig moderne Christenmenschen ihre eigene Kirche vor sich hin darben sehen: Umso mehr kümmert sie ihr eigenes Ergehen, ob sie gesund sind und eine gesicherte Existenz haben. Und dabei wäre gerade dies die Antwort auf manche Angst, auf manchen Ärger und auf die innere Leere: Sich von Jesus mit hineinnehmen lassen in den Dienst, in die Zugehörigkeit zu SEINER Gemeinde; ins Ringen und Beten um den Bau des Reiches Gottes.
„Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt…“ [aus Vers 7] Es mag wie ein Detail vorkommen, ist es aber nicht. Die Worte Jesu sind gleichzeitig auch die Worte des Heiligen Geistes: Der Heilige Geist ist der Geist Jesu Christi. Ob eine Sache vom Heiligen Geist stammt, zeigt sich daran, ob sie zu Jesus hinführt oder von ihm wegführt. Es gibt nur diesen einen Geist Gottes, der uns aufs Innigste mit Jesus verbindet: Alle andern sog. „Geister“ sollen wir meiden!
„…dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht.“ [aus Vers 7] Warum nennt Jesus hier gerade diesen Baum des Lebens aus der Paradies-Erzählung am Anfang des Alten Testaments? In Ephesus stand der riesige Artemis-Tempel (er galt als eines der 7 Weltwunder der Antike). Mitten im Tempel-Innenhof stand der sog. „heilige Baum“. Es war der Zufluchtsort für Verbrecher.
Wer sich vor diesem „heiligen Baum“ verneigte, konnte jeglicher Strafverfolgung entgehen: Was für eine billige Art der Vergangenheits-Bewältigung! Kein Wunder, dass es in Ephesus wimmelte von Kriminellen, die nach Straffreiheit suchten, um weiter zu sündigen!
Wer Jesus hat, bekommt Bleibendes, Endgültiges: Nicht billiges Verdrängen der Schuld, sondern Vergebung, göttliche Gnade, neues Leben. Umkehr zu Jesus ist etwas Ganzes, es ist Heilung:
Gott geht mit unserer Sünde und Schuld ins Gericht. Jesus hat den höchsten Preis dafür bezahlt – sich selber! Und nun dürfen wir leben aus Dankbarkeit, dürfen das Eigentum dessen werden, der uns alles schenkte.
Das Essen vom Baum des Lebens bedeutet: Der Fluch des Gartens Eden ist beseitigt. Gott fängt noch einmal neu an mit uns Menschen. Wir sind Erlöste, wir sind Geliebte, wir sind Gottes Kinder.
Die Kirche, die Gemeinde Jesu, ist der Ort, wo dies erlebt wird – wo dies verkündigt wird: Der Gottesdienst ist der Ort des Segens, der Vergebung, des Trostes und der Freude in Jesus Christus.
Nicht den modernen Trost der wohligen Harmonie, des gleichgültigen Einerleis findet man in der Kirche – wo jeder sein und bleiben kann, was er ist; wo es nicht darauf ankommt, ob man in Sünde lebt, ob man die Gebote Gottes missachtet und am Götzendienst unserer Zeit teilnimmt.
Nein, die Gemeinde Jesu ist der Ort, wo Krankes gesund werden darf; wo Irrtum benannt und abgelegt wird; wo der wahrhaftige Gott angebetet und verehrt wird. Der Gottesdienst der Gemeinde Jesu ist der Ort, wo der Eifer neu entzündet wird, für Jesus zu leben; wo die Widerstandskraft gegen die Sünde gestählt wird; wo der Mut zum Bekenntnis für Jesus gestärkt wird.
Wem die Kirche Jesu Christi am Herzen liegt, der wird dafür beten und vor Gott ringen, dass ER uns ständig neu dieses Grosse schenkt.
A M E N
Bild: shutterstock.com Schriftzug: Lydia Caviezel, https://schoen-schreiberei.ch/


