1 Das Umfeld zur Zeit von Jesus
Das Alte Testament endet im 5. Jahrhundert v.Chr. mit den Berichten von Nehemia und dem Propheten Maleachi. Es folgen 4 Jahrhunderte, über die wir in der Bibel keine Berichte finden. Es sind die Zeiten des Babylonischen Reichs und des Römischen Reichs. Die lange Fremdherrschaft ist eine sehr schwierige Zeit für Israel. Es fehlen die ermutigenden Berichte über die Wiederherstellung göttlicher Ordnungen, des Eingreifens GOTTES. Die Hoffnung lag auf dem verheissenen Messias, dem von GOTT durch die Propheten zugesagten Christus. Es ist auch eine Zeit des Widerstandes gegen die Besatzer.
Das Römische Reich nimmt jedoch immer mehr Einfluss auf die Länder rund ums Mittelmeer und damit auch auf Israel und die Juden in der Diaspora. Hieraus bilden sich Strukturen, die wir im Umfeld des NT vorfinden. Sie zu kennen ist wichtig für das Verstehen der Zeit des NT, die Zeit des 1. JH. Einen kurzen Blick auf Israel.
Entwicklungen in Israel und im Römischen Reich
In den 4 Jahrzehnten v. Chr. bildeten sich auch die Strukturen des Römischen Palästina. Es war die Zeit von Herodes dem Grossen, der für Rom in Israel eine wesentliche Rolle ausübte. Herodes festigte die Machtstrukturen der Römer. Cäsarea wurde nach römischem Muster zu Ehren des Kaisers aufgebaut und wurde zum römischen Regierungssitz für das Römische Palästina. Hier wurden wichtige Entscheidungen getroffen.
Herodes der Grosse starb im Jahr 4 v. Chr. Ihm folgte Herodes Antipas, es war der Herodes der bis zum Jahr 39 regierte, der uns zur Lebzeit Jesu und der ersten Verfolgungswelle in Jerusalem begegnet.
Kaiser Augustus regierte in dem beschriebenen Zeitabschnitt von 31 v. Chr. bis zum Jahr 14 und somit auch zur Zeit der Geburt JESU. Ihm folgten, teilweise in kurzen Abständen, verschiedene Kaiser. Das römische Reich ging durch viele Machtkämpfe und Turbulenzen, brutale Gewalt und Verfolgung. Jeder der den Kaiser in seinem uneingeschränkten Machtanspruch nicht anerkannte, nicht unterstützte, hatte keine Chance im Römischen Reich Einfluss zu bekommen und zu Wohlstand zu gelangen. Widerstand führte zum Tod. Hierauf war die Mehrheit der Gesellschaft eingestellt.
Es galt die Sicht: ‚Je mehr wir dem Kaiser huldigen, je besser laufen unsere Geschäfte und je grösser ist unsere lokale Freiheit‘.
Die Führungsebenen im Römischen Reich
Das Römische Reich kannte verschiedene Führungsebenen und Einflussbereiche.
Militär
Die oberste, die zentrale Führungsebene war das Militär, das durch lokale Befehlshaber repräsentiert wurde. Kam es zu lokalen Tumulten oder gar Aufständen, konnte das lokale Militär schnell eingreifen und wenn erforderlich auch verstärkt werden, um die Oberhand zu behalten.
Lokale Regenten
Für die Regierungsarbeit wurde vom Kaiser lokale Regenten eingesetzt. Je nach Situation konnten es lokale Herrscher sein, die sich dem Kaiser verpflichteten oder Präfekten (Statthalter) aus der römischen Verwaltung. Beides begegnet uns immer wieder im NT.
Religiöse Führer
Religiöse Führer hatten im Römischen Reich eine besondere Stellung. Dies galt für die heidnischen Religionen, Kulte und auch für das Judentum in Israel und in der Diaspora. Wir sehen dies immer wieder in Israel und bei der Ausbreitung des Evangeliums in den Zentren des Römischen Reichs.
Das Volk
Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte der Einfluss des Volkes in der Meinungsbildung und der Ausführung des Gerichtes, auch bei Beschuldigungen zum Tod. Die Marktplätze und Theater in römischen Zentren waren Teil dieser Macht des Volkes, auf die auch ein lokaler Regent achten musste, wenn er nicht abgesetzt werden wollte. Wir sehen dies in verschieden Berichten der Apostelgeschichte.
Um die Dynamiken, das Verhalten von Juden, Heiden und Regenten zu verstehen und die Aussagen von JESUS und den Aposteln einordnen zu können, ist es gut, die Entwicklungen vor dem Hintergrund der römischen Führungsebenen einzuordnen. Es ist auch ein Schlüssel zum Verständnis von Juden und Christen in der Diaspora, den Interessen der Heiden und der Präfekten in den Provinzen.
2 Die Vorbereitung des Kommen von Jesus
Vorbereitung in schwierigen Zeiten
Das Volk Israel und die religiösen Führer Israels waren von dem römischen Regierungssystem, ihren Regenten und Soldaten abhängig. Dies wird an vielen Stellen des Neuen Testamentes immer wieder deutlich. Abläufe und Eingriffe lassen sich nur einordnen, wenn einem diese Situation bewusst ist. Kurz drei Kernpunkte:
- Jerusalem mit dem Tempel war der zentrale Ort für das religiöse Leben in Israel und auch für alle Juden, die in anderen Ländern, in der Diaspora lebten.
- Die religiöse Leiterschaft war gespalten und in verschiedene Gruppen, wie den Pharisäern und Sadduzäern geteilt.
- Im Volk Israel bestand eine Erwartung auf den kommenden Messias, der vor allem als Befreier von der römischen Herrschaft gesehen wurde. Das Bild des verheissenen Messias, wie er in den Psalmen beschrieben wird und von den Propheten angekündigt, wurde von dieser Sicht überlagert.
Es ist wichtig, das Umfeld zu sehen, in dem die Vorbereitungen des Kommen JESU stattfanden, in die der VATER vom Himmel hineinwirkte. Die natürlichen Voraussetzungen für das Kommen waren weder politisch noch religiös gegeben. Es waren einzelne Menschen, denen der GEIST GOTTES begegnete, die sich auf GOTT einliessen, die bereit waren seinen Plan zu erkennen und auszuführen. IHN für seinen Plan zu loben, IHN anzubeten! Sich ganz persönlich auf GOTTES Handeln einzulassen. Es waren v.a. zwei Familien, mit denen GOTT seinen Plan der Vorbereitung ausführte. Schauen wir uns die Vorbereitungszeit, die beiden Familien genauer an. Wie sich GOTT auf verschiedene Weise offenbart, in ihr Leben sprach und wie sich jeder von ihnen auf das Reden und Handeln GOTTES einliess. Familiengeschichten aus den Evangelien.
Familie des Zacharias, der Elisabeth und des Johannes
Die Priesterfamilie Zacharias
5 In der Zeit, als Herodes König von Judäa war, lebte dort Zacharias, ein Priester, der zur Abteilung des Abija gehörte. Seine Frau stammte wie er aus dem Geschlecht Aarons; sie hieß Elisabeth. 6 Beide lebten so, wie es Gott gefiel, und hielten sich in allem genau an die Gebote und Weisungen des Herrn. 7 Sie hatten keine Kinder, denn Elisabeth war unfruchtbar, und jetzt waren sie beide alt. Zacharias tat Tempeldienst nach Plan.
8 Einmal, als Zacharias vor Gott seinen Dienst als Priester versah, weil seine Abteilung damit an der Reihe war, 9 wurde er nach der für das Priesteramt geltenden Ordnung durch das Los dazu bestimmt, in den Tempel des Herrn zu gehen und das Rauchopfer darzubringen. 10 Während der Zeit, in der das Rauchopfer dargebracht wurde, stand die ganze Volksmenge draußen und betete. Luk.1,5-10
GOTT redet zu Zacharias
11 Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er sah ihn auf der rechten Seite des Rauchopferaltars stehen. 12 Zacharias erschrak und wurde von Furcht gepackt. 13 Doch der Engel sagte zu ihm: »Du brauchst dich nicht zu fürchten, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn schenken; dem sollst du den Namen Johannes geben. 14 Du wirst voller Freude und Jubel sein, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. 15 Denn er wird groß sein in den Augen des Herrn. Er wird keinen Wein und keine starken Getränke zu sich nehmen, und schon im Mutterleib wird er mit dem Heiligen Geist erfüllt sein. Luk.1,11-15
16 Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, zurückführen. 17 Erfüllt mit dem Geist und der Kraft des Elia, wird er vor dem Herrn hergehen. Durch ihn werden sich die Herzen der Väter den Kindern zuwenden, und die Ungehorsamen werden ihre Gesinnung ändern und sich nach denen richten, die so leben, wie es Gott gefällt. So wird er dem Herrn ein Volk zuführen, das ´für ihn` bereit ist.« Luk.1,16-17
Zacharias ist überrascht. GOTT gibt ein Zeichen.
Zacharias reagierte überrascht. 18 Zacharias sagte zu dem Engel: »Woran soll ich erkennen, dass das alles geschehen wird? Ich bin doch ein alter Mann, und meine Frau ist auch nicht mehr jung.« Doch der Engel machte deutlich, woher diese Botschaft kommt, dass die Autorität GOTTES dahinter steht. 19 Der Engel erwiderte: »Ich bin Gabriel; ich stehe vor Gott und bin von ihm gesandt, um mit dir zu reden und dir diese gute Nachricht zu bringen. 20 Doch nun höre: Du wirst stumm sein und nicht mehr reden können bis zu dem Tag, an dem diese Dinge eintreffen, denn du hast meinen Worten nicht geglaubt. Sie werden aber in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür gekommen ist.«
Dieses Erlebnis wurde für die Menschen sichtbar. 21 Draußen wartete das Volk auf Zacharias, und alle wunderten sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22 Als er endlich herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er machte sich ihnen durch Zeichen verständlich, blieb aber stumm. 23 Als sein Priesterdienst zu Ende war, kehrte Zacharias nach Hause zurück. Luk.1,18-23
Elisabeths Lobpreis über die Erfüllung von GOTTES Zusage
24 Bald darauf wurde seine Frau Elisabeth schwanger. Die ersten fünf Monate verbrachte sie in völliger Zurückgezogenheit. In ihrer Zurückgezogenheit beginnt Elisabeth GOTT zu loben. Sie sagte: 25 »Der Herr hat Großes an mir getan! Die Menschen verachteten mich, aber er hat mich gnädig angesehen und hat meine Schande von mir genommen.« Luk.1,24-25
Bei dem Besuch von Maria verstärkte sich dieser Lobpreis.41 Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth mit dem Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut: »Du bist die gesegnetste aller Frauen, und gesegnet ist das Kind in deinem Leib! 43 Doch wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. 45 Glücklich bist du zu preisen, weil du geglaubt hast; denn was der Herr dir sagen ließ, wird sich erfüllen.« Luk.1,41-45
Die Geburt des Wegbereiters
57 Für Elisabeth war die Zeit der Entbindung gekommen, und sie brachte einen Sohn zur Welt. 58 Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr Erbarmen mit ihr gehabt und ihr auf so wunderbare Weise geholfen hatte, und freuten sich mit ihr. 59 Als das Kind acht Tage alt war, kamen sie zu seiner Beschneidung zusammen. Sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. 60 Doch die Mutter des Kindes widersprach. »Nein«, sagte sie, »er soll Johannes heißen.« – 61 »Aber es gibt doch in deiner Verwandtschaft keinen, der so heißt!«, wandten die anderen ein. 62 Sie fragten deshalb den Vater durch Zeichen, wie er das Kind nennen wollte. 63 Zacharias ließ sich ein Schreibtäfelchen geben und schrieb darauf: »Sein Name ist Johannes.« Während sich alle noch darüber wunderten, 64 konnte Zacharias mit einem Mal wieder reden. Seine Zunge war gelöst, und er pries Gott. 65 Furcht ´und Staunen` ergriff alle, die in jener Gegend wohnten, und im ganzen Bergland von Judäa sprach sich herum, was geschehen war. 66 Alle, die davon hörten, wurden nachdenklich und fragten sich: »Was wird wohl aus diesem Kind einmal werden?« Denn ´es war offensichtlich, dass` die Hand des Herrn mit ihm war. Luk.1,57-66
Johannes wächst in seine Berufung
80 Johannes wuchs heran und wurde stark im Geist. Er lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er öffentlich in Israel auftrat. Luk.1,80
Johannes wuchs in dem Verständnis seiner Berufung als Wegbereiter auf und bereitete sich ganz auf diese Aufgabe vor. Offensichtlich haben Zacharias und Elisabeth das Verständnis, das sie vom Engel erhalten haben, so an Johannes mitgegeben, dass er darin gereift ist und diese Berufung angenommen hat, vorbereitet war, als die vom VATER bestimmte Zeit da war.
Familie der Maria und des Josef
GOTT redet zu Maria
26-27 Als Elisabeth im sechsten Monat schwanger war, sandte Gott den Engel Gabriel zu einer unverheirateten jungen Frau, die in Nazaret, einer Stadt in Galiläa, wohnte. Sie hieß Maria und war mit Josef, einem Mann aus dem Haus Davids, verlobt; Maria war noch unberührt. 28 »Sei gegrüßt, dir ist eine hohe Gnade zuteil geworden! «, sagte Gabriel zu ihr, als er hereinkam. »Der Herr ist mit dir.« 29 Maria erschrak zutiefst, als sie so angesprochen wurde, und fragte sich, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
30 Da sagte der Engel zu ihr: »Du brauchst dich nicht zu fürchten, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden. 31 Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen; dem sollst du den Namen Jesus geben. 32 Er wird groß sein und wird ›Sohn des Höchsten‹ genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Stammvaters David geben. 33 Er wird für immer über die Nachkommen Jakobs herrschen, und seine Herrschaft wird niemals aufhören.« Luk.1,26-33
Maria: «Ich bin die Dienerin des Herrn»
34 »Wie soll das zugehen?«, fragte Maria den Engel. »Ich bin doch noch gar nicht verheiratet! « 35 Er gab ihr zur Antwort: »Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind, das du zur Welt bringst, heilig sein und Gottes Sohn genannt werden.« 36 Und er fügte hinzu: »Auch Elisabeth, deine Verwandte, ist schwanger und wird noch in ihrem Alter einen Sohn bekommen. Von ihr hieß es, sie sei unfruchtbar, und jetzt ist sie im sechsten Monat. 37 Denn für Gott ist nichts unmöglich.« 38 Da sagte Maria: »Ich bin die Dienerin des Herrn. Was du gesagt hast, soll mit mir geschehen.« Hierauf verließ sie der Engel. Luk.1,34-38
Marias Lobpreis über das Wirken des Mächtigen
46 Da sagte Maria: »Von ganzem Herzen preise ich den Herrn, 47 und mein Geist jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter. 48 Denn er hat mich, seine Dienerin, gnädig angesehen, eine geringe und unbedeutende Frau. Ja, man wird mich glücklich preisen – jetzt und in allen kommenden Generationen. 49 Er, der Mächtige, hat Großes an mir getan. Sein Name ist heilig, 50 und von Generation zu Generation gilt sein Erbarmen denen, die sich ihm unterstellen. 51 Mit starkem Arm hat er seine Macht bewiesen; er hat die in alle Winde zerstreut, deren Gesinnung stolz und hochmütig ist. 52 Er hat die Mächtigen vom Thron gestürzt und die Geringen emporgehoben. 53 Den Hungrigen hat er ´die Hände` mit Gutem gefüllt, und die Reichen hat er mit leeren Händen fortgeschickt. 54 Er hat sich seines Dieners, ´des Volkes` Israel, angenommen, weil er sich an das erinnerte, was er unseren Vorfahren zugesagt hatte: 55 dass er nie aufhören werde, Abraham und seinen Nachkommen Erbarmen zu erweisen.« 56 Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabeth und kehrte dann nach Hause zurück. Luk.1,46-56
GOTT redet zu Josef über Maria
19 Josef, ihr Verlobter, war ein Mann mit aufrechter Gesinnung. Er nahm sich vor, die Verlobung aufzulösen, wollte es jedoch heimlich tun, um Maria nicht bloßzustellen. 20 Während er sich noch mit diesem Gedanken trug, erschien ihm im Traum ein Engel des Herrn und sagte zu ihm: »Josef, Sohn Davids, zögere nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen! Denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. 21 Sie wird einen Sohn zur Welt bringen. Dem sollst du den Namen Jesus »Der Herr rettet« geben, denn er wird sein Volk von aller Schuld befreien.«
22 Das alles ist geschehen, weil sich erfüllen sollte, was der Herr durch den Propheten vorausgesagt hatte: 23 »Seht, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, und man wird ihm den Namen Immanuel geben.« Jesaja 7,14. (Immanuel bedeutet: »Gott ist mit uns«.) 24 Als Josef aufwachte, folgte er der Weisung, die ihm der Engel des Herrn gegeben hatte, und nahm Maria als seine Frau zu sich. Matt. 1,19-24
3 Das Kommen von Jesus
Jesus wird in Betlehem geboren
1 In jener Zeit erließ Kaiser Augustus den Befehl an alle Bewohner seines Weltreichs, sich ´in Steuerlisten` eintragen zu lassen. 2 Es war das erste Mal, dass solch eine Erhebung durchgeführt wurde; damals war Quirinius Gouverneur von Syrien. 3 So ging jeder in die Stadt, aus der er stammte, um sich dort eintragen zu lassen. 4 Auch Josef machte sich auf den Weg. Er gehörte zum Haus und zur Nachkommenschaft Davids und begab sich deshalb von seinem Wohnort Nazaret in Galiläa hinauf nach Betlehem in Judäa, der Stadt Davids, 5 um sich dort zusammen mit Maria, seiner Verlobten, eintragen zu lassen. Maria war schwanger.
6 Während sie nun in Betlehem waren, kam für Maria die Zeit der Entbindung. 7 Sie brachte ihr erstes Kind, einen Sohn, zur Welt, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe; denn sie hatten keinen Platz in der Unterkunft bekommen. Luk. 2,1-7
Der VATER im Himmel lässt die Geburt seines Sohnes verkünden
8 In der Umgebung von Betlehem waren Hirten, die ´mit ihrer Herde` draußen auf dem Feld lebten. Als sie in jener Nacht bei ihren Tieren Wache hielten, 9 stand auf einmal ein Engel des Herrn vor ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umgab sie mit ihrem Glanz. Sie erschraken sehr, 10 aber der Engel sagte zu ihnen: »Ihr braucht euch nicht zu fürchten! Ich bringe euch eine gute Nachricht, über die im ganzen Volk große Freude herrschen wird. 11 Heute ist euch in der Stadt Davids ein Retter geboren worden;es ist der Messias, der Herr.
4 Jesus in seiner Familie
Familienleben in Nazaret
23 Dort ließ er sich in der Stadt Nazaret nieder. Auf diese Weise erfüllte sich, was durch die Propheten vorausgesagt worden war: Er sollte Nazarener genannt werden. Matt. 2,23
Jesus als Kind im Tempel
46 Endlich, nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. 47 Alle, die dabei waren, staunten über die Klugheit seiner Antworten.
48 Seine Eltern waren völlig überrascht, ihn hier zu sehen. »Kind«, sagte seine Mutter zu ihm, »wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich verzweifelt gesucht.« 49 Jesus erwiderte: »Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?«
50 Doch sie verstanden nicht, was er damit meinte. 51 Jesus kehrte mit seinen Eltern nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter behielt alle diese Dinge im Gedächtnis. Luk. 2,46-51
JESUS wächst in der Familie heran
39 Als Josef und Maria alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn verlangte, kehrten sie nach Galiläa in ihre Heimatstadt Nazaret zurück. 40 Jesus wuchs heran; er war ein kräftiges Kind, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruhte auf ihm.
52 Jesus nahm weiter zu an Weisheit und wuchs zu einem jungen Mann heran. Gottes Gnade war mit ihm, und die Menschen hatten Freude an ihm. Luk. 2,39-40, 52
5 Einsichten zum Kommen Jesus
Im Abschnitt 1 haben wir einen Blick auf die schwierigen Verhältnisse im 1. JH geworfen. Nach 4 Jahrhunderten der Fremdherrschaft fehlte eine politische und geistliche Führung, die Israel nach den Ordnungen GOTTES anleitete, die Gesetze und Prophetien für diese Zeit verstand. Das Zusammenleben war von politischer Rebellion und Aufständen geprägt und der Tempeldienst weit weg von GOTTES Gedanken und Vorhaben. Es fehlten auch Propheten, die zu GOTTES Ordnungen und Plänen aufrufen konnten. Israel war weit abgedriftet. Politische und religiöse Machtstrukturen setzten den Handlungsrahmen.
In dieser Situation handelte der VATER im Himmel direkt. ER bereitete das Kommen seines SOHNES vor, in dem ER zu zwei Männern, Zacharias und Josef und zwei Frauen, Elisabeth und Maria redete. Jeder von ihnen war überrascht, von dem Reden, dem Inhalt und dem Auftrag. Es entsprach nicht ihren Vorstellungen, nicht ihren Erfahrungen. Doch sie liessen sich auf das Reden und Handeln Gottes ein. In ihren Familien wurden der verheissene Wegbereiter und der SOHN GOTTES geboren. Beide wuchsen in ihren Familien heran. Im Alter von 30 Jahren waren sie beide bereit, die von GOTT gegebene Berufung auszufüllen.
Warum ist mir diese Einsicht so wichtig? Ich frage mich immer wieder, wie wir in unserer Zeit den Weg für das 2. Kommen von Jesus bereiten können. Dazu sind wir aufgerufen. Die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir leben sind von Machtansprüchen und auch Machtausübung geprägt. Die Zahl der Unterdrückten ist wegen ihres Glaubens an JESUS CHRITUS hoch und weiter am Wachsen. Die Christenheit ist weit von der Einheit entfernt, die JESUS als Bestandteil von der Nachfolge und als unser Zeugnis sieht.
Die starke Priorisierung unseres Wohlergehens einerseits und die zunehmende Verunsicherung andererseits, führen in unserer komplexen Welt zu immer mehr Vermischung von Themen und Inhalten. Die Digitalisierung führt dabei zu einem ständig wachsenden „Meer“ an Informationen. Der Alleinvertretungsanspruch von immer mehr Gruppen wächst und auch die Spaltung unter Christen nimmt zu. Nicht die besten Voraussetzungen, sich miteinander auf das Kommen JESU auszurichten.
Doch die Verheissungen, die der VATER JESUS und JESU seinen Nachfolgern gegeben hat, werden wie beim ersten Kommen in Erfüllung gehen. Da ist es gut zu wissen, wie der VATER im Himmel die Spuren gesetzt hat und wie Menschen sich auf den VATER im Himmel und seine Pläne eingelassen haben.
Im nächsten Abschnitt werden wir einen Blick darauf werfen, wie durch den Wegbereiter Johannes und durch das Wirken JESU Christi mehr Menschen zu Nachfolgern wurden und wie der Tod und die Auferstehung JESU den Weg für alle Menschen frei machte. Die Reise durch das 1. JH geht weiter.
Bibeltexte: NGÜ mit freundlicher Genehmigung der Genfer Bibelgesellschaft https://bibelgesellschaft.com/de
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