China ist komplex. Nicht nur wegen seiner Grösse, auch wegen der schnellen Veränderungen im Land selbst, sondern auch wegen der Rolle, die China heute politisch und wirtschaftlich weltweit einnimmt. Als Think Tank CornerStone (TTC) beschäftigen uns diese Entwicklungen intensiv. Heute werfen wir einen Blick auf die unterschiedlichen Strategien Chinas als globaler „Partner“ und die Macht Ausübung im Land.
Die neue Seidenstrasse und China im inneren
Die neue Seidenstrasse ist zu einem Begriff für Chinas Wirtschaftsbeziehungen mit dem weltweiten Austausch von Waren und Dienstleistungen geworden. In der globalen Welt tritt China wie ein westlicher Wettbewerber auf und nutzt die internationalen Systeme für sich. China ist inzwischen zu einer bedeutenden Wirtschaftsmacht geworden.
Die gleiche Strategie nutzt China in den politischen Institutionen und Netzwerken. Die Sicht Chinas gewinnt in den aktuellen Krisen weiter an Bedeutung. Damit kann China immer mehr Einfluss gewinnen. Es sieht sich auch als Vermittler zwischen dem globalen Süden und der westlichen Welt. China war in der Weltpolitik noch nie so aktiv wie in dieser Zeit. Dabei gewinnt China immer mehr Staaten für sich.
China gewinnt dadurch nicht nur mehr Einfluss in den weltweiten Auseinandersetzungen, es kann damit auch von der Machtausübung im Land selbst ablenken. Es gibt in den westlichen Ländern aber auch kritische Stimmen zu dieser Politik, insbesondere wegen der wirtschaftlichen Abhängigkeit von China.
In China ist die Kommunistische Partei Chinas (KPC) der eigentliche Machtapparat. Ihr Vorsitzender Xi setzt den Massstab für alles Handeln. Als Präsident hat er auch die Macht für die Umsetzung. Xis Gedanken sind der Massstab! Sie werden in allen Einflussbereichen gelehrt und vertieft. Sie sind auch verbindlich für die Verbreitung der Sicht Chinas im globalen Wettbewerb.
Unter Xi wurde die Macht der KPC in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut und gefestigt. Wer sich dieser Macht unterordnet, kann Karriere machen, grosse Unternehmen aufbauen und die Welt bereisen. Wer jedoch die KPC in ihren Zielen nicht unterstütz lebt gefährlich. Wer in der Öffentlichkeit eine andere Sicht vertritt, wird registriert und überwacht. Erreicht jemand die erforderlichen Punkte im digitalen Sozial System nicht, verliert er zunächst grundlegende Berechtigungen, reisen, Zugang zu Ausbildung etc. Weitergehende Massnahmen sind: die Verurteilung wegen Verstössen mit hohen Geldzahlungen, Verlust von Grundrechten und Gefängnisstrafen.
Christ sein in China
Die derzeitigen Entwicklungen verändern das Leben unserer Geschwister in China sehr stark! Die Sicht Chinas, von freiem Wettbewerb in der globalen Welt, ist nicht für das Inland gedacht und schon gar nicht für religiöse Gruppen. Das trifft besonders Christen in China hart.
Christen sind dem Machtapparat der KPC ausgesetzt. Sie werden ständig aufgefordert ihr Christsein nicht nach westlichen Vorstellungen zu leben, sich vielmehr den Gedanken Xis
unterzuordnen. Damit greift die Regierung tief in das Leben unserer Geschwister und vor allem der Leiter ein. Das betrifft die Registrierung von religiösen Zusammenkünften und beginnt bereits bei kleinen Gruppen und damit auch die in China weitverbreiteten Hauskirchen. Es betrifft aber auch Inhalte. Leiter von registrierten Kirchen und NGO´s werden von den lokalen Behörden zu Schulungen eingeladen, um ihnen die offizielle Sicht der KPC zu verkünden, in der Erwartung, dass sie sich strikt daran halten.
Dazu muss man den Ausbau der Digitalisierung Chinas beachten. Dadurch ist auch eine digitale Überwachung des persönlichen Lebens und der Gemeinschaft der Christen möglich. Die digitale Überwachung schafft eine neue Transparenz, eine Dichte an Informationen, wie es sie noch nie gegeben hat. Das Arbeiten im Untergrund, wie wir es aus vielen Berichten kennen, ist so nicht mehr möglich und stellt Christen in China vor ganz neue Herausforderungen. Siehe z. B. Gebetsmail China: Kirchen sollen für Kommunismus werben.
Von Open Doors vom 12.07.2023 https://www.opendoors.de/
Unsere Geschwister müssen wieder neu lernen, wie sie ihr Zusammenleben als Christen gestalten. Dazu gibt es immer wieder ermutigende Berichte über Gottes Wirken in China und auch von unseren Geschwistern in China. Wir sollten sie lesen, z. B. bei OMF https://omf.org/ch/
Wer an den weiteren Entwicklungen in China und was wir daraus lernen können interessiert ist, kann sich gerne bei OMF und beim Think Tank CornerStone melden.
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