Sendschreiben 5 Sardes

In den  Blogbeiträgen Jesus, seine Briefe an uns  erfolgte in Sendscheiben Themen 1  https://ttc-cornerstone.org/jesus-christus-sendschreiben-an-uns/  und Sendschreiben Themen 2  https://ttc-cornerstone.org/cornerstone-paper-bibeltexte-sendschreiben-teil-2/  eine themenbezogene Zusammenfassung von Bibeltexten.

Die Reihe  Jesus, seine Briefe an uns  setzen wir mit einer Predigtreihe von Willi Honegger, Pfarrer Ref. Kirche Bauma fort. Willi Honegger  versteht es sehr gut, die einzelnen Sendschreiben in den aktuellen Bezug zu unserer Zeit zu setzen und damit auch einen persönlichen Bezug für uns als wachsame Christen herzustellen. Eine gute Orientierung und Ermutigung für unsere Zeit.

Begonnen haben wir mit Sendschreiben 1 Ephesus https://ttc-cornerstone.org/sendschreiben-1-ephesus/  und Sendschreiben 2 Smyrna https://ttc-cornerstone.org/sendschreiben-2-smyrna/ und Sendschreiben 3 Pergamon https://ttc-cornerstone.org/sendschreiben-3-pergamon/ und Sendschreiben 4 Thyatira.

Heute setzen wir mit Sendschreiben 5 Sardes fort .

Einführung

Liebe Gemeinde unseres Herrn Jesus Christus!

Das fünfte der sieben Sendschreiben [aus Offenbarung 2-3] ist an die Christengemeinde in Sardes gerichtet.

Sardes liegt noch etwas weiter landeinwärts als Thyatira. Es ist mächtig stolz auf seine grossartige Vergangenheit: Einst war es die Hauptstadt des Königreichs Lydien. Der letzte jener Könige war unermesslich reich: Krösus war sein Name – sprichwörtlich: „ein Krösus…!“ Sardes ist bekannt für seinen florierenden Handel mit Wolle, mit Stoffen – und im Fluss Paktolos wurde Gold gewonnen.

In Sardes lebt es sich weit besser als an manchem Ort. Es ist angenehm, hier zu sein: Ist der Bauch satt und der Geldbeutel gefüllt – was will man mehr…? Für die Christengemeinde am Ort ist es darum schwer, diesem behaglichen Selbstbewusstsein entgegen zu treten; noch schwerer, innerhalb der Gemeinde zu verhindern, dass diese Sattheit alle einschläfert!

In der Lesung hörten wir von Lot im Alten Testament:[1.Mose 19]Er wohnt in Sodom, dieser verruchten und gottlosen Stadt. Er lebt mit seiner Familie bequem in einem Haus, und führt nicht mehr wie Abraham ein hartes Nomadenleben. Es brauchte die himmlischen Kräfte zweier Engel, um ihn aus dieser Behaglichkeit heraus zu reissen, bevor das Unheil über die Stadt hereinbrach.

Predigttext:  Offenbarung 3,1-6  

Erschütternd ist, wie die Kirche in Sardes sich selber völlig anders sieht als Jesus! Was machen wir, wenn Gott uns anders beurteilt als wir selber? Was folgt daraus, wenn das Wort Gottes an uns etwas sieht, das wir selber nicht gerne sehen oder nicht wahrhaben wollen?

Dann muss man sich entscheiden, wem man mehr vertraut – der Selbstwahrnehmung oder dem, was Gott sagt! Die Welt stellt sich immer auf den Standpunkt, dass ihre Sichtweise die Richtige ist: Die Gemeinde Jesu weiss Besseres – sie beugt sich unter das Wort des allmächtigen Gottes – und – dadurch wird sie zum Segen für eine blinde Welt!

Drei Überschriften fassen die Lage in Sardes zusammen:

1 Der Wahrheit in die Augen schauen

In den letzten Wochen geriet Westeuropa in helle Aufregung wegen dem schlimmen Krieg in der Ukraine: Seit über 30 Jahren haben wir uns gegenseitig eingelullt mit der Illusion, es gäbe keinen Krieg mehr. Alles Böse und Aggressive sei durch unsern Wohlstand aus der Welt weggefegt worden. Nun könne man die Armeen abbauen: Wer noch an Verteidigung und an schlimme Zeiten denke, sei ein Pessimist, der die neue Zeit nicht begreife.

Jetzt geht der Dornröschen-Schlaf abrupt zu Ende. Das Böse existiert noch immer in der Menschheit. Zwei Flugstunden von uns entfernt herrscht brutaler Krieg: Die Realität holte uns ein, mancher begreift dies plötzlich. Wie konnte man so traumwandlerisch leben und meinen, das Böse habe sich in Luft aufgelöst, nur weil wir als wohlhabende Leute uns dies gewünscht haben? (ich werde nicht politisieren in dieser Predigt – doch diese Situation illustriert, was in Sardes los ist).

Jesus sagt zur dortigen Gemeinde: „Ich kenne deine Werke und weiss, dass es von dir heisst,du lebst, und bist doch tot!“  [aus Vers 1]

Die Kirche von Sardes hatte anscheinend einen guten Ruf: „…dass es von dir heisst, du lebst…“ Doch, was ist dies wert, wenn gott-ferne Menschen die Kirche für ihre Gut-Taten loben? Wird diese Kirche gelobt, weil sie das tut und sagt, was für jeden Weltmenschen beruhigend und bestätigend ist?

Jesus Christus sieht es anders: „…und doch bist du tot!“ Damit sagt Jesus zu ihnen:„Ihr mögt euch selber noch so rühmenfür Euer attraktives und ‚gäbiges‘ Leben als Kirche.Ihr mögt Euch noch so geehrt fühlen,dass die Leute von Sardes Euch mit Lob prämieren.Ich sehe tiefer als Ihr selber: Kein Leben ist in Euch,das mich ehrt – Ihr seid tot!“

Vom legendären Krösus erzählte ich schon: Sardes lebt mit sattem Selbstbewusstsein. Und die Christen haben diese Selbstgefälligkeit anscheinend in die Kirche ‚hinein-transportiert‘.

Ja, so ist es eben: Der Christ nimmt all seine angestammten Haltungen auch in sein Christenleben mit hinein. Der Heilige Geist aber wirkt durch die Verkündigung der Bibel an uns und deckt auf, was nicht zu Jesus gehört: Nun dürfen wir unter das Kreuz Jesu legen, was IHN nicht ehrt und was uns von IHM trennt. Gibt es bei Dir solche Dinge, die Du weggeben und unter das Kreuz legen müsstest? Wenn ja, dann mache es heute und jetzt!

In der Kirche von Sardes haben die meisten dies nicht getan. Alles Mögliche haben sie getan, doch dieses Eine nicht: Zu Jesus umkehren und von IHM geistliches Leben erbitten!

Anscheinend haben sie sich bestens arrangiert in Sardes: Vielleicht boten sie stimmige Veranstaltungen an, wo man positives Denken und religiöse Toleranz lernte. Vielleicht gab es Selbstfindungs-Kurse und Einführungen in ein besseres Körper-Bewusstsein.

Wir wissen es nicht, was sie genau machten. Jedenfalls konnten sie völlig ungestört in Sardes existieren, ohne dass jemand sie angefeindet hätte: Wie der hilflose Lot in Sodom haben sie sich angepasst: Niemand in Sardes hätte diese Christen von einem Weltmenschen unterscheiden können!

Damit wurden sie wie jener Feigenbaum, den Jesus sah. Blätter trug er, aber keine Frucht [Mt 21,19]: Sardes ist das Beispiel einer missions-losen Kirche. Sie benehmen sich wie ein Verein, der die eigene Existenz sichern will und darum bei den Leuten ankommen muss. Sie können darum nur repetieren, was die Kultur um sie herum auch sagt und tut.

Wo aber ist der Auftrag Jesu geblieben? „Geht hin in alle Welt macht alle Völker zu Jüngern!“ Mt 28,19 Tief unten in ihrem christlichen Bewusstsein spüren sie es: Würden sie dem Auftrag Jesu nachkommen, gäbe es Probleme – Benachteiligung, Anfeindung, Verfolgung. Doch, davor fürchten sie sich und darum gehen sie den Weg des geringsten Widerstandes.

Ich muss die Parallelen zu unserer Zeit nicht betonen. Viel zu offensichtlich liegen diese vor unser aller Augen!

2 Es ist noch Hoffnung vorhanden

Alles ist nicht tot in der Gemeinde von Sardes, sonst würde Jesus das nun Folgende nicht sagen: „Sei wachen Sinnes, und stärke den Rest, der schon im Sterben lag…“  [aus Vers 2]

Es hat in Sardes noch Christen, die für diesen Dienst des Aufweckens in Frage kommen: Sie stehen nun im Auftrag Jesu, die Sterbenden ins geistliche Leben zurück zu rufen. Neues geistliches Leben kann zwar nur Gott selber geben. Doch – ein treuer Christ hat den Auftrag, wachzurütteln und zu Jesus zurück zu führen.

Gerät ein Christ in immer grössere Distanz zu Jesus, merkt er nicht mehr, was er verliert: Nur schrittweise hat er sich von Jesus entfernt. So gewöhnte er sich an einen Alltag ohne Gott. Mag sein, dass er sich manchen Grund dafür zurechtlegte: ‚Heutzutage ist halt alles anders als früher‘,  oder: ‚Man muss eben mit der Zeit gehen‘, usw.

Wo sind diese treuen Nachfolger Jesu, die andern nachgehen und sie zurück zu Jesus rufen? Wo sind die beständigen Beter, die für eine Umkehr in unserem Volk beten? Wo sind die geistlich wachen Christen, die spüren, wenn Mitchristen sich entmutigt vom Glauben abwenden? Falls Dir diese Fragen zu Herzen gehen, dann bist Du es, der diesen Auftrag Jesu tun muss! Die christliche Gemeinde in unsern Tagen braucht eine neue Erfüllung mit dem Heiligen Geist: ER muss in SEINER Kraft über uns kommen, damit wir mutige Nachfolger Jesu werden; damit wir nicht gleichgültig zuschauen, wenn immer mehr Menschen Jesus den Rücken zukehren; damit wir täglich darum bitten, dass ER uns in Situationen stellt, wo wir IHN bezeugen. Nun sagt Jesus, was zu tun ist: „Denk daran, wie du die Botschaft empfangen und gehört hast, bewahre sie und kehre um!“  [aus Vers 3]

Es ist eine bewegende Ermahnung und sie zeigt, dass noch nicht alles verloren ist in Sardes: Es gibt ihn noch – diesen verheissungsvollen Blick auf eine gesegnete Vergangenheit; auf eine Zeit, in der man Jesus nahe stand und IHN ehrte.

Gesegnet sind jene Kirchgemeinden, unter denen Menschen sind, die Zeiten des geistlichen Lebens erfahren haben; die noch wissen, was es heisst, ganz Jesus zu folgen und ohne Angst sich zu IHM zu bekennen. Dieses Erbe müssen wir als Gemeinde unbedingt bewahren. An unsere Kinder sollen wir es weiter geben, unsere Konfirmanden sollen davon hören und es spüren: Hier in dieser Kirche gehen Menschen ein und aus, die ihr Leben und ihre Existenz an Jesus verschenkt haben. Hier wird gebetet, von Herzen gesungen und in grosser Treue Jesus als HERRN und Heiland bekannt (will jemand nur ein privatisierender Christ für sich sein, trägt er nichts bei zur Ausstrahlung der Gemeinde Jesu!).

Es mag sein, dass man als Kirche nicht immer Erfolg hat. Doch – Gott allein sagt, was zählt: Jesus verlangt von uns keinen Erfolg, sondern nur die Treue! Froh und mit viel Elan sollen wir im Auftrag Jesu stehen: Nicht äusserlich attraktiv und innerlich tot sollen wir sein. Solange wir zu Jesus einladen, den Glauben an Gott offensiv und vertrauensvoll darlegen – solange wird auch der Heilige Geist unter uns wirken.

Wo es nicht so ist, gibt es nur Eines: „Kehre um!“ Auch die Kirche als Ganzes muss umkehren;muss Busse tun für die Abwendung von Jesus.Und dann schenkt ER neues geistliches Leben.

Jesus unterstreicht diese angriffigen Worte: „Wenn du nicht wachsam bist, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich komme.“  [aus Vers 3]

Diese Worte rütteln das Gedächtnis der Stadt Sardes wach. Zweimal in der Vergangenheit wurde Sardes listig eingenommen: Feindliche Soldaten stiegen in der Nacht zur Festung hinauf und drangen an unbewachter Stelle ein – am Morgen stand eine ganze Armee da und Sardes war verloren! Dass der gleiche „Trick“ der Feinde gerade zweimal gelang, zeigt eine besondere Sorglosigkeit und Naivität der verwöhnten Leute!

Der Christ hat dank der Bibel ein besseres Gedächtnis dafür, was dem Volk Gottes blühen kann, wenn es nicht wachsam ist: Das Alte Testament zeigt uns dies x-mal!
Ja, Jesus kommt bald – ER wird diese Welt heimsuchen: Du Kirche, sei wachsam, damit dies zu Deinem Heil sein wird!

3 Den Treuen gehört die Zukunft

Nach diesen beunruhigenden Worten Jesu hören wir Erfreuliches. Unser Herr sieht in jedes Herz hinein und weiss, wo echter Glaube erhalten blieb: „Du hast aber einige wenige in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben…“   [aus Vers 4]

Befleckung der Kleider bedeutet: Teilnahme am Götzendienst. Für uns hiesse dies: Man beteiligt sich an den „neuen Religionen“ unserer Tage (Gesundheits-Religion, Öko-Religion, Gender-Religion, Konsum-Religion). Ob man aktiv dabei mitmacht oder sich widerstandslos der Gehirnwäsche durch diese Ideologien hingibt, kommt im Endresultat auf dasselbe heraus!

Wie wird „unser Kleid“ von diesen „Flecken“ wieder rein? Nur Jesus Christus und sein Blut machen uns rein: Nein, menschliche Anstrengung ist nicht selbst-reinigend. Nur ein Grösserer, Jesus, kann uns wiederherstellen; kann uns frei machen von der Dauer-Manipulation durch diese „neu-religiösen“ Mächte.

Und – ER tut es auch! Jesus macht frei! Nun machen wir Ernst mit dem täglichen Sterben mit Jesus. Und darum geschieht das Wunder an uns: Unser Glaube erlebt das Wunder der Auferstehung. Ja, man kann auch in unsern Tagen an Gott glauben, IHM allein vertrauen, alles von IHM erwarten und jede Angst und Not IHM bringen.

„…sie werden mit mir einhergehen in weissen Gewändern, denn sie sind es wert.“  [aus Vers 4] Jesus verspricht uns ewige Reinheit. Nicht durch unsere, sondern durch SEINE Kraft werden wir rein.

Es gibt so viel Resignation gegenüber der Sünde in unsern Tagen: Auch mancher Christ hat davor resigniert: ‚Ich kann es halt nicht mehr ändern, ich bin eben so…! Mir fehlt die Kraft, um gegen die Sünde zu kämpfen…!‘ usw.

Jesus allein hat die Macht, solche Ketten zu zerreissen. ER starb für unsere Sünde, darum liegt in SEINEM Namen die Vollmacht, alle Götzen aus meinem Herzen hinaus zu werfen. ER greift ein, wenn Du IHN darum bittest: Sage nicht, Gott erhöre keine Gebete, bevor Du IHN nicht um genau dies gebeten hast! Jesus erhört Dich und macht Dich frei von aller Schuld! Denen, die treu bleiben, verspricht er Grosses: „…und nie werde ich seinen Namen tilgen aus dem Buch des Lebens…“  [aus Vers 5]

Wiederum – wie in allen 7 Sendschreiben – wird auch hier auf den reichen Schatz des Alten Testaments zurückgegriffen: Es geht um jene Schicksalsstunde im Alten Bund, als sich das Volk unten am Sinai ein goldenes Kalb giesst. Mose greift mit harten Konsequenzen ein. Dann tritt er als Fürsprecher für das Volk vor Gott: Mose bittet Gott, er möge das Volk Israel doch nicht aus dem Buch des Lebens tilgen [2.Mose 32,30-34].

Der Gott des Alten Bundes ist auch der Gott des Neuen Bundes. Der Gesetzgeber am Sinai ist auch der Vater Jesu Christi: Schon dort war SEINE Gnade grösser als SEIN Gericht. Erst recht ist durch Jesus Christus SEINE Gnade mächtig, um die Sünde zu tilgen und Schuld zu sühnen – und zwar für jeden, der IHN darum bittet.

Das Wunderbarste steht hier am Schluss: „…ich werde mich zu seinem Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“   [aus Vers 5] Am letzten Tag – darauf bereitet die Offenbarung uns vor – wird das Buch des Lebens aufgeschlagen: [Offenbarung 20,12] Wer zu Jesus gehört, dessen Name wird dort gefunden. Es sind all jene, die sich in dieser Welt nicht scheuten, sich mutig zu Jesus zu bekennen. Nun wird auch Jesus sich zu ihnen bekennen vor dem himmlischen Vater und all seinen Engelscharen.

Dies ist es, was die Heilige Schrift uns lehrt über das Ende der Zeiten und über den Beginn der Ewigkeit: Nein, die Bibel lehrt uns kein Allversöhnungs-Christentum mit einem Happy End für alle und jeden. Ich weiss natürlich, dass solch eine ‚Light-Version‘ des christlichen Glaubens besser ankäme: Jesus erlaubt es mir nicht, solches zu verkündigen. ER hat es in seinem Wort anders gesagt.

In den 10 Geboten steht: „Du sollst nicht lügen!“ So ist mir untersagt, etwas als Evangelium anzupreisen, das in Wahrheit gar nicht das Evangelium ist!

Darum bleibe ich IHM treu und bezeuge SEIN Wort – auch wenn ich damit manche Wünsche nicht erfüllen kann! Jesus bezeugen, heisst: Nichts von dem weglassen, was ER uns gesagt hat.

Sei treu bis zum letzten Tag!

A M E N

Bild:  schutterstock.com  Schriftzug: Lydia Caviezel, https://schoen-schreiberei.ch/

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