Einsicht und Zuversicht in der Zeitenwende

1 Standortbestimmung

Digitalisierung, Globalisierung, Klimaveränderungen, Pandemie, geopolitische Auseinandersetzungen, wirtschaftlicher und militärischer Krieg, Lieferengpässe und Preisexplosionen finden im Jahr 2022 gleichzeitig statt und beeinflussen sich gegenseitig – eine Kumulierung von Entwicklungen, wie wir sie bisher noch nicht erlebt haben!1 Plötzlich entsteht das Bewusstsein einer Zeitenwende.2 Worin besteht die Zeitenwende, von der in diesem Jahr viel gesprochen wird? Um darüber diskutieren zu können, sollten wir zunächst eine Standortbestimmung vornehmen. Hier die wichtigsten Kernpunkte:

Eine Dekade der Digitalisierung und Globalisierung

Globalisierung und Digitalisierung haben eine längere Geschichte. In der Dekade 2010 – 2020 erlebten wir jedoch immer kürzere Entwicklungszeiten, immer schnellere Veränderungen und dabei das Zusammenwirken von Digitalisierung und Globalisierung. Die Digitalisierung ermöglicht direkte weltweite Kommunikationen von Menschen und Maschinen und somit standortunabhängige Leistungserbringungen. Produziert wird dort, wo es am wenigsten kostet, wo die höchsten Finanzgewinne erzielt werden. Die Globalisierung hat an Fahrt aufgenommen, sie ist in den letzten Jahren in eine neue Phase getreten.

Pandemien im Zeitalter der Globalisierung

Mit der Globalisierung haben auch die weltweiten persönlichen Kontakte zugenommen. Ob geschäftlich oder privat, ständig begegnen sich eine Vielzahl von Menschen aus unterschiedlichen Ländern an den verschiedensten Orten der Welt. Aus einem lokalen Ereignis in China wurde innerhalb kürzester Zeit eine Pandemie, die sich zu Beginn 2020 unaufhaltsam und rasant schnell über die ganze Welt ausbreitete!

Auch Pandemien haben eine lange Geschichte. Doch die Ausbreitungsgeschwindigkeit in einer globalisierten Welt ist eine andere als in den Zeiten, als der Anteil von Lieferketten noch überschaubar war und sich lokale Abgrenzungen einfacher durchsetzen ließen. Schnell zeigte sich, dass unsere Gesundheitssysteme in allen Ländern überfordert sind und wir auf Krisenmodus umstellen mussten, um physisch und wirtschaftlich überleben zu können. Auch nach gut 2 Jahren Pandemie wissen wir noch nicht, wie lange die Pandemie anhalten wird und wie sie sich langfristig auswirken wird.

Klimaveränderungen

Auch Klimaveränderungen erleben wir schon über einen längeren Zeitraum. Es fällt offensichtlich schwer, dass wir unser Verhalten darauf einstellen. Der Ressourcenverbrauch steigt weiter und die Umstellungen auf umweltverträgliche Energieerzeugung und Produktion geht nur langsam voran. Der Verlauf trifft uns in Verbindung mit den anderen Herausforderungen einschneidend und wird mit Dürre und Überschwemmungen für immer mehr Menschen zur Überlebensfrage. Durch die Kumulation von Ereignissen steigt der Handlungsdruck, ohne dass ein gut durchdachtes gemeinsames weltweites Vorgehen erfolgt.

Geopolitische Auseinandersetzungen und Bedrohungen

Die geopolitischen Auseinandersetzungen der Weltmächte haben 2021 stark zugenommen. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit machte der neue amerikanische Präsident Joe Biden zum Jahresanfang 2021 deutlich, dass die „systemische Auseinandersetzung“ mit China und Russland im Zentrum der US-Außenpolitik steht. Die USA gaben den Tarif für die Weltpolitik durch und forderten China und Russland auf, Einmischungen zu unterlassen und Zurückhaltung in systemischen Auseinandersetzungen zu wahren. Doch China antwortete selbstbewusst mit der Sicht Chinas, mit den eigenen „Wertvorstellungen“. Damit gab China den chinesischen Tarif durch. Auch Russland meldete sich immer stärker auf der Weltbühne. Es zeichnete ein Bild der Bedrohung durch den Westen und reklamierte weitere Gebietsansprüche, insbesondere im Nachbarland Ukraine. Mittendrin steht Europa, das mit allen drei Weltmächten einen Weg der Verständigung suchte. Doch Verständigungsbereitschaft war nicht zu erkennen. Im Gegenteil, Russland eskaliert mit immer neuen Forderungen.

Krieg, auch in Europa

Das Jahr 2022 beginnt in einer sehr angespannten Lage. Ist der grosse Aufmarsch der russischen Truppen entlang der ukrainischen Grenze ein grosses Manöver oder sind es bereits Kriegsvorbereitungen? Am 24. Februar 2022 geschieht das Unglaubliche: Russlands Truppen marschieren in die Ukraine ein! Putin will die Ukraine in einem Blitzkrieg übernehmen. Die Ukrainer leisten militärisch, politisch und gesellschaftlich einen stärkeren Widerstand als erwartet. Dabei werden sie auch immer mehr von Westeuropa und den USA unterstützt. Das Ziel, Kiew einzunehmen, muss Russland nach einigen Wochen des Kampfes aufgeben. Der Krieg konzentriert sich auf die östlichen Gebiete der Ukraine. Durch die anhaltenden russischen Raketenangriffe und Bombardierungen werden grosse Wohngebiete zerstört, ganze Städte unbewohnbar gemacht. Millionen von Ukrainern harren zunächst in Schutzräumen aus und leben in Kellern, buchstäblich im Untergrund. Mit zunehmender Zerstörung und Brutalität der Kriegsführung steigt die Anzahl der Flüchtenden innerhalb der Ukraine und in die europäischen Länder. So kommt uns dieser Krieg in seinen Auswirkungen immer näher. Wie er beendet werden kann, ist auch nach mehr als 4 Monaten unklar. Es entsteht je länger je mehr der Eindruck, dass dieser Krieg nicht so schnell zu beenden sein wird.

Lieferengpässe und Versorgungskrisen

Lieferengpässe wurden bereits als Folge der Pandemie sichtbar. Durch den Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen Wirtschaftssanktionen kommt es zu Unterbrechungen von Lieferketten mit Versorgungsengpässen, in einigen Ländern auch zu Versorgungskrisen. Wir erleben gerade Kettenreaktionen in den weltweiten Lieferketten und Verbundsystemen, auf die wir wiederum nicht vorbereitet sind. Lieferstörungen führen zu unglaublichen Preisexplosionen, die uns alle betreffen und die die Versorgungskrisen verstärken. In immer mehr Ländern wird die bereits bestehende Unterernährung zu einer Überlebensfrage vieler Familien, weil Nahrungsmittel nicht im erforderlichen Umfang bei ihnen ankommen. Wir werden uns auf starke Veränderungen in der Versorgung einstellen müssen!

2 Interpretation in der Zeitenwende

Im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung ist bereits eine Standortbestimmung komplex und damit anspruchsvoll. Wenn Ereignisse und Entwicklungen gleichzeitig und weltweit stattfinden, nicht mehr voneinander zu trennen sind und miteinander kumulieren, ist es noch schwieriger, Ursache und Wirkung zu erkennen und zu unterscheiden. Noch nie waren Interpretationen so unterschiedlich, so widersprüchlich, die Irritationen in der täglichen Berichterstattung so gross. Wie soll da Zuversicht entstehen? Wir müssen mehr Einsicht für die Wirklichkeit gewinnen. Bernhard Ott drückt dies in seinem Buch Tänzer und Stolperer“ 3 klar aus: „Die Welt ist so, wie sie ist, weil wir so sind, wie wir sind.“ In diesem Satz liegt Herausforderung und Chance. Nehmen wir doch die Herausforderung an und konzentrieren wir uns auf die Chance, auch in der Zeitenwende Zuversicht zu gewinnen. Vier Einsichten, die bei der Interpretation berücksichtigt werden sollten: Im Zeitalter

Komplexität durchdringen

Um richtig interpretieren zu können, müssen wir Zusammenhänge verstehen. Um Zusammenhänge zu sehen, zu verstehen, brauchen wir verlässliche Quellen, um (1) einen Überblick zu einzelnen Themen und zum Zeitgeschehen zu erhalten und (2) unseren Standpunkt in all der Vielfalt zu finden. Komplexität zu durchdringen ist anspruchsvoll! Doch es ist eine lohnende Investition, um Einsichten und Zuversicht zu gewinnen. In Gesprächen höre ich immer wieder: „Du hast ja recht, aber wer kann das, wer will das?“ In diesen Aussagen klingt viel Resignation.

Als Think-Tank möchten wir diesen Punkt miteinander überwinden, z. B. durch

  • Monitoring über das Zeitgeschehen (was war, was ist, was zu erwarten ist)
  • Weiterdenken mit kompetenten, vertrauenswürdigen Personen (Research aus qualifizierten Quellen)
  • Weiterdenken von Themen auf der Grundlage von Monitoring und qualifizierten Quellen

Wir arbeiten in verschiedenen Teams auf „Microsoft Teams“ zusammen. Persönlich habe ich mir auf meinem Laptop ein „Informations-Cockpit“ mit vertrauenswürdigen Personen und Quellen eingerichtet. Es erlaubt, gezielter Informationen zu finden und zu selektieren, z. B. aus einem Nachrichtenblock das herauszusuchen, was mir wichtig ist. Ziel: Mit überschaubarem Aufwand wertvolle Informationen finden. Die Digitalisierung bietet gute Möglichkeiten für ein gezieltes Nachforschen zur Durchdringung von Komplexität. Im Think Tank CornerStone sind wir dabei, diese Möglichkeiten mehr zu entdecken und zu nutzen.

Einsicht 1 Komplexität lässt sich mit gezieltem Research besser erkennen und durchdringen.

Fehleinschätzungen eingestehen und korrigieren

Wie konnte es zu diesen Entwicklungen kommen? Die „grenzenlose“ Globalisierung erfolgte in der Annahme, dass Wandel durch Handel entsteht und sich dadurch auch autoritäre Systeme verändern. Weitere Annahme: Die westliche Form der Demokratien ist anderen politischen Systemen überlegen, Mehrheiten wollen so leben. So könnte man die Liste mit weiteren Beispielen fortsetzen. Die Annahmen haben sich nicht bestätigt. Was haben wir nicht gesehen? Was wollten wir nicht sehen? Die westlich geprägte Lebensweise ist nicht das Ziel in allen Kulturen. Die aus der Geschichte abgeleiteten Narrative haben in anderen Kulturen, wie z. B. in Asien, einen anderen Stellenwert und sind immer noch prägend. Traditionelle gesellschaftliche Traditionen sind in anderen Kulturen Basis für das Zusammenleben und den Zusammenhalt. Auch hier müsste man die Liste mit weiteren Beispielen fortsetzen.

Wir haben nicht verstanden, dass (1) wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht gleichbedeutend ist mit der Übernahme westlicher Lebensweisen; (2) Wirtschafts- und Finanzsysteme aus dem Westen übernommen wurden und in die eigenen Vorstellungen und Lebensweisen integriert wurden. Beispiel: Die kommunistische Partei in China lässt kapitalistisches Wirtschaften mit grossen weltweit agierenden Kapitalgesellschaften und Milliardären zu, obwohl sie den ideologischen Vorstellungen widersprechen. Sie nutzt das kapitalistische Wirtschaftssystem für die eigenen Ziele. Ähnliche Entwicklungen sehen wir seit Jahren in vielen Teilen der Welt. Russland sieht sich durch die Globalisierung der Wirtschaft gestärkt, um die russische Sicht der nationalistischen Narrativen, mit seiner Verwurzelung im Stalinismus, nicht nur einzufordern, sondern auch durchzusetzen. Ein weiteres Beispiel ist Indien. Das Zusammenspiel von radikalem Hinduismus und Globalisierung der Wirtschaft führt zu einer hinduistisch geprägten Machtausübung mit zunehmender Unterdrückung selbst grosser Minderheiten, wie Christen und Moslems.

Einsicht 2 Trotz Globalisierung und Digitalisierung konnten sich totalitäre Systeme stärken und ausbreiten.

Miteinander und Gegeneinander

Durch die Digitalisierung und Globalisierung wurde das Netz von Lieferketten für Wirtschafts- und Finanzdienstleistungen immer enger, obwohl es zu keiner Änderung der politischen Systeme gekommen ist. Im Gegenteil, auch die totalitären Systeme sehen sich in ihrem Inneren gestärkt und fordern selbstbewusst ihre Sicht ein. China bereitet seine Sicht über das Projekt Neue Seidenstrasse über Asien bis nach Europa aus. Russland wurde  zu einem wichtigen Energieversorger Europas. Gekauft wird dort, wo es am billigsten ist. Alles sieht aus wie normaler Wettbewerb, wie er in kapitalistischen Wirtschaftssystemen üblich ist. Doch die geopolitischen Auseinandersetzungen sind geblieben, sie haben sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Wie lange kann man gleichzeitig miteinander und gegeneinander arbeiten?

2021 kommt es zu einem sichtbaren Umdenken in der Geopolitik. Die politischen Interessenunterschiede zwischen den USA und China sowie zwischen Russland und den USA werden unüberbrückbar. In diesem Triangel muss sich auch Europa stärker positionieren.

Dies betrifft insbesondere die zunehmenden Spannungen mit Russland. Russland stellt immer weiter gehende „Sicherheitsforderungen“ und beansprucht die Ukraine. Die diplomatischen Formate und auch persönlichen Begegnungen mit Putin konnten ihn nicht von seinen immer weitergehenden Gebietsansprüchen abhalten.

Aus einem grossen Manöver entlang der ukrainischen Grenze wird am 24.02.2022 ein Krieg, ein militärischer und ein wirtschaftlicher Krieg. In der Folge wird aus systemischen Bedrohungen in kürzester Zeit eine Zerstörung von wirtschaftlichen und finanziellen Netzwerken. Es handelt sich offensichtlich auch nicht nur um einen regionalen und vorübergehenden Konflikt, sondern um eine Neuordnung von politischen und wirtschaftlichen Beziehungen.

Einsicht 3 In der systemischen Kriegsführung können auch Lieferketten zu „Waffen“ werden.

Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr „Unvorstellbares“ in unserem Umfeld geschieht. Eine alles umfassende Digitalisierung, grenzenlose Globalisierung, Pandemien mit gravierenden weltweiten Auswirkungen in alle Lebensbereiche hinein, Umweltkrisen mit immer stärkeren Auswirkungen, geopolitische Bedrohungen bis hin zum Krieg, trotz verbundener Lieferketten Versorgungsengpässe weltweit, um nur einige zentrale Punkte zu nennen. Wir müssen feststellen: Die Wirklichkeit ist komplex und schwer überschaubar. Wir verlieren den Überblick, den Handlungsspielraum, wenn wir meinen, die Wirklichkeit sei so, wie wir sie uns vorstellen, wie wir sie berechnen. Um nochmals auf den eingangs zitierten Satz von Bernhard Ott zurückzukommen: „Die Welt ist so, wie sie ist, weil wir so sind, wie wir sind.“

Wenn das „Unvorstellbare“ eintritt

Doch müssen wir so sein, wie wir gerade sind? Wenn wir die Aussagen der Bibel mit ihren wegweisenden Aussagen und prophetischen Botschaften in die Wirklichkeit einbeziehen, sind wir weniger überrascht und erhalten Orientierung für Entwicklungen, auch in unserer Zeit. Ott zeigt in dem erwähnten Buch Tänzer und Stolperer3 auch auf, wie wir uns durch den Zuspruch Jesu verändern können, um einander Einsicht und Zuversicht zusprechen zu können, damit auch die Welt mit Zuversicht erfüllt wird. Damit beschäftigen wir uns im Teil 3.

Einsicht 4 Wir müssen Wirklichkeit stärker wahrnehmen und weiterdenken4, um nicht vom „Unvorstellbaren“ überrollt zu werden.

3 Zuversicht gewinnen

Standortbestimmung und Einsicht gewinnen sind recht herausfordernde Themen. Doch wenn „Die Welt ist so, wie sie ist, weil wir so sind, wie wir sind“ 3(Ott), haben wir auch die Möglichkeit, sie zu verändern. Bei uns selbst, dort wo wir leben. Wir können Orientierung geben und Grundlagen für Veränderungen und für ein gemeinsames Ausrichten in der Zeitenwende legen. Drei Punkte zum Weiterdenken:

3.1 Wirklichkeit erkennen

Wenn Entwicklungen immer wieder anders verlaufen als sie erwartet werden, müssen wir zuerst Bilanz ziehen und die Wirklichkeit so wahrnehmen, wie sie ist. Realistische Wahrnehmungen können herausfordernd sein, besonders wenn wir dabei Defizite feststellen. Sie können uns aber auch die Augen für neue Möglichkeiten öffnen und die Bereitschaft für Veränderungen bewirken. Dazu ist es wichtig, die ganze Wirklichkeit zu sehen. Sie ist grösser als das, was wir in den ersten beiden Teilen bearbeitet haben und was Grundlage von Zuversicht in der Zeitenwende ist.4

Teil der Wirklichkeit ist der Zuspruch, den wir in GOTT finden, den JESUS CHRISTUS uns gibt. ER ist nicht überrascht über die Entwicklungen, die wir erleben. ER ist der GOTT allen Ursprungs und des Ziels (Off. 1,8). JESUS hat uns das gemeinschaftliche Wirken von VATER, SOHN und HEILIGEM GEIST nicht nur offenbart, ER hat uns auch Seinen Zuspruch verheißen, uns zur Teilhabe an der göttlichen Gemeinschaft eingeladen! In der Teilhabe am Reich Gottes liegt unsere Zuversicht begründet, die persönliche Zuversicht und die gemeinsame Zuversicht für ein lebenswertes Leben miteinander.

In der Überheblichkeit westlicher Kultur ist dieser Teil der Wirklichkeit immer mehr verloren gegangen.

Die Bilanz der Zeitenwende macht deutlich: Die Annahme, wir müssten uns vom GOTT allen Ursprungs und Ziels befreien, um frei zu sein, ist ebenfalls zu den bereits erwähnten Fehlannahmen zu zählen. Ein moderner Gott, der nach beliebigen Vorstellungen designt ist, ist eben nicht der GOTT, der sich uns geoffenbart hat. Um die ganze Wirklichkeit zu erfassen, müssen wir unseren Blick auf den GOTT allen Ursprungs und des Ziels aller Dinge, den GOTT des Zuspruchs und der Teilhabe richten. Wagen wir doch diesen Blick. Dazu empfehlen wir auch Naturwissenschaftler wie Arnold Benz  Das Universum – Wissen und staunen4 und Heino Falke Licht im Dunkel5.

Zuversicht 1 Einsicht und Ausrichtung auf die Wirklichkeit ist der erste Schritt auf dem Weg zur Zuversicht.

3.2 Vom Ursprung zum Ziel

Wo finden wir unseren Ursprung und unser Ziel? Die Antwort gibt uns JESUS selbst: Ich bin der Ursprung und das Ziel aller Dinge (Off. 1,8). Damit ist er auch wie kein anderer legitimiert, über den Ursprung und das Ziel zu sprechen. JESUS hat uns dazu auch das gemeinsame Handeln von VATER, SOHN und HEILIGEM GEIST offenbart: Als der, der immer war, der ist und immer sein wird. GOTT ist Ursprung, Gegenwart und Zukunft!8

JESUS hat das Reich Gottes auf die Erde gebracht und uns eingeladen daran teilzunehmen, vom Ursprung unseres Lebens hin zum Ziel unseres Lebens. JESUS hat den Zugang zu einem Leben in göttlicher Gemeinschaft wieder hergestellt, ER will mit uns, ja in uns leben, so wie ER mit dem VATER lebt. ER will die Pläne des VATERS mit uns ausführen, mit uns zum Ziel kommen. JESUS ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.9 ER ruft uns in seine Nachfolge10, in der wir reifen und wachsen können, in der wir Seinen Zuspruch erhalten11. JESUS will in uns leben, damit wir in der Kraft GOTTES durchs Leben gehen können12.

JESUS hat deutlich gemacht, dass das Reich GOTTES in dieser Zeit mitten im Reich der Welt stattfindet, in dem das Böse Macht und Einfluss hat. Als Teilhaber am Reich GOTTES sind wir berufen, Reich Gottes in dieser Welt zu leben und sichtbar zu machen. Dieses Spannungsfeld besteht bis an das Ende dieser Zeit, bis JESUS wiederkommt und sich das Reich GOTTES vollständig ausbreitet. JESUS macht in seinen Lehren (Evangelien), den Briefen an die Gemeinden (Off. 1-3) und prophetischen Aussagen (Evangelien und Offenbarung) deutlich, dass die Herausforderungen noch zunehmen werden. Daher ist ER auch nicht überrascht. Auch wir sollten uns, wie angesprochen, auf die Wirklichkeit einstellen, wie es Generationen vor uns schon getan haben, und uns von ihrem Zeugnis ermutigen lassen (Hebr. 13,1).

Zuversicht 2 Der Ursprung und das Ziel GOTTES geben uns Einsicht und Zuversicht.

3.3 Zuspruch und Teilhabe

JESUS weiss um unsere Situation! In der Zeit, in der er auf der Erde lebte, durchlebte er die totalitäre Herrschaft des Römischen Reiches und den Einfluss der religiösen Machtstrukturen. Und er sagte Verfolgung und weitere unvorstellbare Dinge voraus. JESUS wusste um den anhaltenden Kampf von Licht und Finsternis, von Gutem und Bösem. ER sagte uns SEINE Nähe zu, wie ER auch nach seiner Rückkehr zum VATER für uns eintritt und wie auch der VATER im Himmel für uns sorgt. JESUS sagt uns auch, wer wir sind11, wie wir in diesen Auseinandersetzungen Licht sein können, wie er Frucht in uns wirkt, wie wir das Salz dieser Erde sind. Der Zuspruch JESU lässt uns zu seinen Zeugen werden. So werden wir als Teilhaber am Reich Gottes fähig, auch einander Zuspruch zu geben. So wird die Bergpredigt zur gemeinsamen Erfahrung und wir entwickeln uns weiter vom „Stolperer zum Tänzer“ 3, um im Lobpreis GOTTES am Tanz Gottes teilhaben zu können (s. Ott).

Wer es nicht glaubt, sollte die Zeugnisse der Apostel und Nachfolger JESU im Neuen Testament genauer anschauen. Der Apostel Johannes hat bis ins hohe Alter die Herrschaft des Römischen Reiches und den Einfluss der religiösen Machtstrukturen durchleben müssen. In der letzten Phase seines Lebens wurde er auf der Insel Patmos festgesetzt. Von dort schreibt er Briefe und bezeugt: „Der in euch lebt, ist größer ´und stärker` als der, von dem die Welt beherrscht wird“ (1 Joh. 4,4). Im Hebräerbrief, Kapitel 11 lesen wir, dass wir von einer großen Schar von Zeugen umgeben sind, deren Leben uns zeigt, dass es durch den Glauben möglich ist, den uns aufgetragenen Kampf zu bestehen (Hebr. 12,1). Diese Schar von Menschen ist über alle Zeiten weitergewachsen und sie wächst auch heute noch. Selbst unter schwierigsten Lebensverhältnissen, wie uns der Weltverfolgungsindex von Open Doors zeigt. https://www.opendoors.ch/index

Zur Frage der Wirklichkeit möchte ich gerne noch auf eine Aussage des Schweizer Theologen Karl Barth (*1886) Bezug nehmen. Barth lehrte ab 1921 in Deutschland und durchlebte somit auch die schwierige Zeit des Nationalsozialismus und des 2. Weltkriegs. Er behielt immer die Sicht auf die ganze Wirklichkeit. Karl Barth am Vorabend seines Todes am 10.12.1968:

„Ja, die Welt ist dunkel…… Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regiment! Darum fürchte ich mich nicht. Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns….!

Barths feste Überzeugung war immer: Der Herr regiert – nicht nur in seiner Kirche, sondern gerade auch in der Welt.“

Dr. André Demut in EINS 3/2020 S.9 über Karl Barth unter der Überschrift „Es wird regiert“ https://eins-magazin.ead.de/fileadmin/user_upload/SCME2-1074_EINS-Magazin_3-2020_Online_Gesamt.pdf

Eine Aussage, die uns auch heute noch Einsicht und Zuversicht vermittelt.

Zuversicht 3 Mit dem Zuspruch GOTTES können wir Zuversicht gewinnen und Zuversicht weitergeben!

Quellen

1 Bilanz 2021. Ausblick 2022. – Geopolitische Entwicklungen – TTC Monitoring WP 10

2 Erkenntnisse im April 2022 – Geopolitische Entwicklungen – TTC Monitoring WP 13

3 Tänzer und Stolperer – Wenn die Bergpredigt unseren Charakter formt – Bernhard Ott –

   Neufeld Verlag

4 Wirklichkeit ist, was wirkt und was wir wahrnehmen Arnold Benz

   http://www.arnoldbenz.ch/kleinere-texte.php

5 Das Universum  Wissen und Staunen –  Arnold Benz, Berchtold – Haller Verlag

6 Licht im Dunkeln Schwarze Löcher, das Universum und wir – Arno Falke

  Klett-Cotta Verlag

7 Ursprung und Ziel – Kris Madarasz – Gerth Medien –     

8 GOTT ist der Ursprung und das Ziel – Bibeltexte NGÜ – TTC Working Paper 2 BA 211

9 JESUS: ICH bin – Bibeltexte NGÜ – TTC Working Paper 2 BA 231

10 JESUS: ICH sage euch – Bibeltexte NGÜ – TTC Working Paper 2 BA 232

11 JESUS: Ihr seid – Bibeltexte NGÜ – TTC Working Paper 2 BA 233

12 JESU Briefe an uns – Sendschreiben Bibeltexte NGÜ – TTC Working Paper 2 BA 1266

13 Sendschreiben an die Gemeinden – 7 Predigten Willi Honegger –

    Reformierte Kirche Bauma https://www.kirchebauma.ch/content/e12357/e3083/

    13.02.2022 – 20.02.2022 – 27.02.2022 – 13.03.2022 – 20.03.2022 – 24.04.2022 – 25.05.2022

Bild: Privat Rintz