Dein Wille geschehe: 4 Widerstand und Ergebung

Widerstand und Ergebung ist der 4. Beitrag vom TTC Team zum Workbook Dein Wille geschehe.

Autoren: TTC Team | Jürgen Rintz mit Iris Fanger und Fredy Many

Wir haben mit Teil 1 Prioritätenverschiebung begonnen. Dort findest du in der Präambel eine Einführung zum 5-teiligen Workbook. Falls du den Teil 1 noch nicht gelesen hast, empfehlen wir die Präambel und den Beitrag zuerst zu lesen. https://ttc-cornerstone.org/dein-wille-geschehe-1-prioritaetsverschiebung/

Einführung

„Widerstand und Ergebung“ ein Thema, das uns im Präsenztreffen im Mai 2025 zum Weiterdenken mitgegeben wurde. Wo ist Widerstand, wo Ergebung angesagt? Angesichts zunehmender Erschütterungen und Machtansprüche ist diese Fragestellung sehr zentral.

Wie können wir in Zeiten zunehmender systemischer Krisen und einer ständigen Informationsüberflutung unterscheiden und entscheiden, ob Widerstand oder Ergebung angesagt ist? Was und wem glauben wir? Mit wem verbinden wir uns? Unser Vertrauen gilt der göttlichen Führung, dem Gott, der sich uns geoffenbart hat. IHM gilt auch unsere Hingabe, unsere Ergebung. Daher beginnen wir mit der Ergebung, aus der auch unser Widerstand bestimmt wird.

1 Ergebung und Widerstand

Wachsamkeit Ist die Ausgangsbasis für unsere Erkenntnisse und für Entscheidungen zu Ergebung und Widerstand. Im vorangegangenen Kapitel Wachsamkeit, Unterscheidung, Führung wird eine wesentliche Grundlage gelegt. Der Dreiklang Wachsamkeit, Unterscheidung, Führung ist eine Wegweisung, für ein Leben in Ergebung und Widerstand.

Ergebung

Auf wen richten wir unsere Aufmerksamkeit? Wem ergebe ich mich? Um dieser Frage  näher zu kommen, sollten wir zuerst auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, auf die göttliche Gemeinschaft der Übereinstimmung schauen. Auf den Gott, der uns  schon im Alten Testament sagt: Ich bin der ich bin. Jesus Christus als der Sohn Gottes führt dies weiter aus: Ich bin der Ursprung und das Ziel.[1] Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.[2] Auf das göttliche Leben und Wirken und unsere Teilhabe an Gottes Wirken und Gemeinschaft.

Ergebung braucht ein Ziel. Eine Quelle und Lebenskraft, um Ergebung leben zu können. Das Ziel und die Quelle finden wir in der Teilhabe am göttlichen Leben und Wirken. Ergebung ohne diese göttliche Einordnung und Quelle kann schnell zur Erschöpfung, extremen Ansichten oder Frust führen. Ergebung in den Willen Gottes stärkt und verbindet mit Gott und zueinander.

Jesus offenbart uns die Gemeinschaft und Verbundenheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Es ist die Quelle aller göttlichen Gedanken, allen göttlichen Handelns. Jesus lebt diese Gemeinschaft und Verbundenheit der Liebe und Einheit. Er betont immer wieder, dass er im Auftrag und Willen des Vaters gekommen ist und darin lebt. Seine Verkündigung und seine Gebete bringen dies auf vielfältige Weise zum Ausdruck. Jesus und der Vater sind eins, der Vater in Jesus und der Sohn im Vater. Dazu sagt uns Jesus, wer er ist und wie er wirkt.

Widerstand

Die Motivation zum Widerstand liegt in der Ergebung Gott gegenüber. Die Ausrichtung auf die Worte Jesu ist die Grundlage, die Quelle für unseren Widerstand. Widerstand gegen wen, gegen was? In der Kürze ein Blick auf zwei Grundlinien im Reich Gottes.

Verführung: Gott hat sich uns offenbart und spricht immer noch durch sein Wort zu uns. Jesus warnt uns vor Verführung. Diese Botschaft ist an uns als Gläubige gerichtet und betrifft unser Verhältnis zum Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist und zueinander. Doch wir leben in einer Zeit von beliebigen Werten und Interpretationen, in der säkularen Welt und immer öfter auch in der christlichen Welt. Wir müssen uns fragen, ob unsere Interpretationen uns näher zum Vater, Sohn und Heiligen Geist bringen oder ob sie aus dem Reich dieser Welt stammen und uns vom göttlichen Ursprung und den göttlichen Zielen entfernen und trennen? Es braucht ein Zurück zum biblischen Kontext und Raum für den Heiligen Geist, der uns an die Worte und das Leben von Jesus Christus erinnern und uns in Übereinstimmung mit ihm führen will. Es erfordert somit Widerstand gegen falsche Lehre und falsche Ansprüche. Dem gilt es zu widerstehen.

Das Böse: Die Welt ist nicht neutral. Jesus sagt uns deutlich, der Böse, der Satan kämpft, brüllt, um uns zu verschlingen. Jesus, die Apostel, die neutestamentliche Gemeinde und viele Zeugen haben uns Widerstand gegen das Böse vorgelebt. Aus dem bewussten Ausrichten auf die Herrschaft Gottes, auf seinen Plan vom Ursprung bis zum Ziel. Auch zu diesem Punkt gibt es die unterschiedlichsten Interpretationen, die oft weit weg vom biblischen Kontext sind.

Gültigkeit: Hinzu kommen noch Fragen, wie: In welcher Zeit leben wir?  Was ist heute wie anzuwenden? Jesus fordert uns auf, die Zeit zu verstehen. Die Briefe der Apostel zeigen uns den Umgang mit Situationen, in denen sich die Gemeinden befanden, sowie auch die praktische Ausrichtung und Anwendung. Im nachfolgenden Kapitel Bestandsaufnahme 2026 wollen wir einen kurzen Blick auf unsere Zeit werfen, um uns dann zu fragen, wie wir Ergebung und Widerstand leben können.

[1] NGÜ Neue Genfer Übersetzung Offenbarung 1,8

[2] NGÜ Neue Genfer Übersetzung 

2 Aktuelle Bestandsaufnahme

Noch nie hatten wir so viel verfügbare Informationen wie heute! Täglich werden es mehr. Nicht nur das weltweite Geschehen wird kommuniziert, mit KI (Künstliche Intelligenz) produzieren Maschinen weitere Inhalte und Informationen. Geliefert wird 24/7 frei Haus. Die digitale Information ist zur Hauptquelle von Information, Produktion, Dienstleistungen und  Meinungsbildung geworden. Das hat enorme Auswirkungen auf unser Denken und Handeln, auf unser Zusammenleben. Alles ist in Bewegung gekommen. Wohin führt das?

Zeit des Umbruchs

Zeiten des Umbruchs sind nichts Neues. Sie vollzogen sich immer wieder, meist über längere Zeiträume und mehr oder weniger nacheinander. Die Zeiträume werden immer kürzer und die globale digitale Vernetzung führt dazu, dass immer mehr gleichzeitig passiert.

Auch mit mehr Informationen wird das Spannungsfeld von Wissen und Nichtwissen ständig grösser. Wir überfordern uns mit diesen Entwicklungen und geraten in vielen Bereichen in Krisen. Ob in der Gesellschaft, der Wirtschaft, den Regierungsformen, dem Einsatz von Macht und Militär, wir geraten immer mehr in systemische Krisen. Globalisierung und Digitalisierung haben uns in Abhängigkeiten gebracht, auf die wir nicht eingestellt waren, die wir bei gegensätzlichen Interessen nur schwer steuern können.

Im Rahmen dieses kompakten Working Papers können wir auf die vorgenannten Entwicklungen nicht im Detail eingehen. Hierzu erfolgt immer wieder Research und Austausch im Think Tank CornerStone. Doch wir wollen noch einen Blick auf die Kommunikation und die Kommunikations­krise werfen, die der Treiber aller systemischen Krisen ist und die uns als Christen stark betrifft.

KI: Die Power in der Kommunikationskrise

Kommunikation

Kommunikation ist die Grundlage aller Verständigung und Übereinstimmung. Es betrifft die Kommunikation mit Gott und gegen Gott sowie unser Zusammenleben. Die Bibel sagt uns sehr viel darüber, z. B. die Bedeutung der Sprache und der Ausrichtung unseres Lebens.

Sprache ist ein hohes Gut, Ausdruck unseres Denkens und Handelns. Gesprochenes und Geschriebenes lässt sich auf unterschiedliche Arten verbreiten. Der Buchdruck hat die Welt verändert, mehr aber noch die Digitalisierung. In der ersten Phase der Digitalisierung ging es darum, Informationen in grösseren Mengen zu bearbeiten und sie standortunabhängig verfügbar zu haben, ob zur Information, Produktion oder für Dienstleistungen.

Digitalisierung und KI

Doch mit KI, mit Chatbots wie ChatGPT, Gemini, Copilot etc. hat eine neue Entwicklung begonnen. Mit KI-Modellen erfolgen Auswertungen, maschinelle Bewertungen und die Generierungen neuer Inhalte sowie die Umsetzung in Text und in Sprache. Die Maschine imitiert menschliche Sprache und menschliches Verhalten, spricht zu uns und antwortet, wie ein Mensch. Der Medienphilosoph und Internetexperte Roberto Simanowski analysiert diese Entwicklungen in seinem Buch «Sprachmaschinen Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz»[1] und stellt die Frage «Was aber geschieht, wenn wir uns von einer Sprachmaschine die Welt erklären, Werte vermitteln und das Denken abnehmen lassen? Überreden sie uns zu Ansichten, die wir gar nicht haben?»

Das ist digitale Kommunikation aus der Sprachmaschine, die immer mehr Abnehmer findet und an Einfluss gewinnt. Eine Entwicklung mit hoher Eigendynamik, die uns betrifft. Diese Entwicklung beeinflusst die Zeit des Umbruchs. Sie wird von den „Mächtigen“ am stärksten für ihre Ziele genutzt. Ist uns das bewusst? Sind wir resilient genug, um nicht zu Ansichten zu gelangen, die wir gar nicht haben?[2] Setzen wir Themen, die unseren Überzeugungen, unserem Glauben entsprechen oder folgen wir den Themen, die gesetzt werden?

[1] Sprachmaschinen, Roberto Simanowski, https://www.chbeck.de/simanowski-sprachmaschinen/product/38830592

[2] Sprachmaschinen, Roberto Simanowski, https://www.chbeck.de/simanowski-sprachmaschinen/product/38830592

3 Widerstand gegen Vereinnahmung

In der Ergebung empfangen wir Klarheit, Wegweisung, Zuspruch und Kraft zum Überwinden und zum Widerstehen!

Unser Massstab: Der Wille des Vaters

Wo leisten wir Widerstand? Was hat für uns Priorität? Erste Priorität haben die Gedanken, die aus der Ergebung geboren werden und dem Willen des Vaters entsprechen. Wie bereits erwähnt, sind die Worte Jesu und die Briefe der Apostel unsere Wegweiser. Es erfordert Bereitschaft zur Wachsamkeit und Positionsbestimmungen zu den Entwicklungen unserer Zeit, einer der Gründe, für die Zusammenarbeit im Think Tank CornerStone.

Ein Schlüssel zum Leben im Willen des Vaters sind die Sendschreiben im ersten Teil der Offenbarung. Jesus schreibt an die Gemeinden. Er offenbart sich nochmals aus dem Haus des Vaters. Er schreibt wie er die einzelnen Gemeinden sieht, wie sie im Willen des Vaters leben und wo sie abgewichen sind. Jesus fordert uns zu Umkehr und zum Überwinden auf, um mit ihm das Ziel zu erreichen. Mehr dazu im Blogbeitrag „Göttliche Leadership 1 Sendschreiben“[1].

Der Kampf der Vereinnahmung

Der Kampf um Vereinnahmung hat unterschiedliche Ziele. Unser Ziel ist ein Leben der Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters, in Gemeinschaft  mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist zu führen. Dem gegenüber stehen die Menschen, die eine andere Sicht haben, die sich ausserhalb des Willens Gottes verwirklichen wollen, um selbst wie Gott zu sein. Diese Entwicklung nimmt mit der „Technikgläubigkeit“ unserer Zeit zu. Der Kampf um Vereinnahmung intensiviert sich.

1 Gesellschaftlich: Toleranz und Verständigung nehmen weltweit ab. Die digitale Power schafft neue Einflussmöglichkeiten und Machtverhältnisse. Einflüsse, die sich stark gegen ein Leben im Willen des Vaters richten. Dies betrifft insbesondere das Bekenntnis und die Verbindlichkeit von Ehe und Familie.

2 Politisch: Forderung nach Unterordnung. Ob in China, wo sich auch die Christen der Macht der Staatsführung unterordnen müssen und stark eingeschränkt werden. In den USA sehen wir die Machtentfaltung der Tech-Elite mit der Verbindung von politscher Macht im Land und in vielen Teilen der Welt. Dazwischen finden wir die unterschiedlichsten Varianten.

3 Militärisch: Militärische Macht bestimmt immer mehr die Handlungsweise, lokal wie global. In kurzer Zeit kommen neue Informations- und Waffensysteme zum Einsatz, die die Machtausübung stark verändern, nicht nur durch Bedrohung, sondern auch durch ihren vermehrten Einsatz. Eine Entwicklung, die unser Zusammenleben stark verändert.

4 Gemeinde: Aus den vorgenannten Bereichen werden auch Ansprüche zur Definition und zur Vereinnahmung der Christlichen Gemeinde gestellt. Christen sollen sich an die Definitionen von Gesellschaft und Politik halten, sich unterordnen. Der Verfolgungsindex von Open Doors zeigt dies deutlich auf. Mit diesem Anspruch werden sogar in der westlichen Welt militärische Einsätze legitimiert. In unserem Zusammenleben betrifft die stark die Ehe und Familie.

Wo und wie ist bei diesen Entwicklungen Widerstand möglich? Es braucht wie immer Weisheit und Verständnis dafür, wie und wo Widerstand möglich ist und wozu er dient. Es braucht Resilienz, um der Vereinnahmung durch „diese Welt“ widerstehen zu können und als Stadt auf dem Berg leuchten zu können.

Resiliente Gemeinde

Die Kapitel 2 Bestandsaufnahme und 3 Vereinnahmung zeigen in welchen Umbrüchen und Krisen wir leben. Es braucht mehr denn je die Fähigkeiten, aussergewöhnlichen Belastungen Stand zu halten, Krisen zu bewältigen und dabei leistungsfähig zu bleiben. Resilienz ist daher eine Voraussetzung dafür wachsam zu sein und um aus der Quelle der Ergebung Widerstand zu leisten. Perspektive und Kraft im Willen des Vaters zu leben und der Vereinnahmung zu widerstehen. Wir müssen uns der Quelle und der Teilhabe, die aus der Ergebung erwächst, immer wieder neu bewusst sein und miteinander nach dem Masterplan und der Roadmap leben.

Nochmals: Resilienz erfordert Übereinstimmung im Denken und Handeln und in der Zielsetzung. Ansonsten ist Vereinnahmung nur eine Frage der Zeit. Doch Ergebung und Teilhabe ermöglichen uns, in göttlicher Übereinstimmung zu leben und aus dieser uns gegeben Übereinstimmung auch miteinander zur Übereinstimmung zu gelangen. Bei CornerStone arbeiten wir an dem Working Paper Göttliche Leadership 2 Übereinstimmung, um Resilienz zu stärken.

Wie können wir eine Strategie umsetzen? Ein Aufruf für folgende Schritte:

  1. Research, wachen und Einordnung von aktuellen Entwicklungen
  2. Zusammenarbeit in Interdisziplinären Teams
  3. Erstellung von Roadmaps zu einzelnen Entwicklungen mit Orientierungen zu Fragen von Ergebung und Widerstand

Deine Qualifikation und Motivation ist gefragt! Lasst uns Möglichkeiten, die uns gegeben sind, nutzen.


[1] Think Tank CornerStone Blogbeitrag Göttliche Leadership 1 Übereinstimmung

4 Ergänzung: Erleben Juni 2026

Den vorgenannten Beitrag habe ich schon vor einiger Zeit geschrieben. Im Juni 2026 erleben wir eine noch stärkere Dynamik, ein sichtbar werden von Entwicklungen, die man so nicht  erwarten konnte. Wir werden in unserem Weiterdenken ständig überholt! Eine kurze Aktualisierung des Beitrags.

Noch mehr Dynamik

Wir befinden uns in einer Zeit extrem hoher Veränderungsgeschwindigkeit. Trotzdem erhöht die US-Regierung das Tempo durch weitere wirtschaftliche und militärische Einflussnahme. Nicht nur durch weitere verbale Machtdemonstrationen, sondern auch durch Machtausübung. Trump wollte Krieg beenden, doch nachdem verbale Macht-demonstrationen und wirtschaftlicher Druck nicht zu dem erwarteten Erfolg geführt haben und Freund und Feind gedemütigt wurden, wird auch wieder Krieg geführt.

Das politische und wirtschaftliche Chaos ist noch grösser geworden. Weltweit und auch in den USA selbst. Es zeigt sich eine unerwartete Widerstandsfähigkeit der „Besiegten“. Der Iran ist trotz hoher Verluste in der Lage zu widerstehen und mit seinem Einfluss auf die Strasse von Hormus den weiteren Ablauf mitzubestimmen. Die USA und der Iran befinden sich plötzlich in einer komplexen Verhandlungsposition, in der der Iran Inhalte und Zeitabläufe mitbestimmt. Die USA haben ihre beanspruchte Führungsfähigkeit nicht umsetzen können. Die Welt schaut heute anders auf die USA. Auch die westlichen Länder versuchen sich immer mehr aus der US-Abhängigkeit zu lösen. Diese Entwicklung betrifft nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Bereiche. Der christliche Nationalismus der USA hat einen westlichen Anteil an diesen Entwicklungen.

Immer mehr Fehleinschätzungen

Mit diesem Vorgehen kommt es zu immer mehr Fehleinschätzungen. Verbale Macht kann zunächst einschüchtern, verunsichern und eine gewisse Wirkung zeigen. Doch übertriebene Machtansprüche, wie sie von der US-Regierung immer wieder geäussert werden führen zu einem Umdenken, zu einem veränderten Verhalten. Eigenverantwortung wird mobilisiert. Es entstehen neue Partnerschaften mit weniger dominanten Partnern. Das Zusammenrücken von Kanada und den europäischen Ländern ist ein beachtliches Beispiel.

Auch die militärische Situation ist neu zu bewerten. Es zeigt sich, dass die stärkste Armee der Welt an ihre Grenzen stösst. Die gewaltige Feuerkraft USA ist nicht unendlich. Die Nachlieferungen von leistungsstarken Waffen können nicht so schnell erfolgen wie der Verbrauch. Der neuartige Drohnenkrieg ermöglich es jedoch auch einem geschwächten Feind nicht nur Zeiträume des Widerstands zu verlängern, sondern auch mit begrenzten Möglichkeiten ein Chaos anzurichten. So können wenige  Angriffe auf die Golfstaaten Chaos auslösen und die Sperrung der Strasse von Hormus die Weltwirtschaft bedrohen. Die Partnerschaft der Golfstaaten mit den USA ist plötzlich ganz neuen Belastungen ausgesetzt. Die Macht der Mächtigen ist offensichtlich begrenzter als gedacht. Auch dies könnte ein Grund für den Strategiewechsel der USA mit dem Iran sein.

Folgen hat dies auch für das Verhältnis zu Israel. Der Angriff auf den Iran wurde von den USA und Israel in enger Abstimmung geführt. An den Verhandlungen USA / Iran wird Israel nicht beteiligt, die Sicherheitsinteressen Israels werden ignoriert, noch schlimmer, Israel wird für sein derzeitiges Verhalten gemassregelt und als Hindernis, als Belastung angesehen.  Innerhalb weniger Tage ist dies für Israel eine recht prekäre Situation auf die es nicht vorbereitet ist und deren Folgen noch nicht zu übersehen sind.

Es gibt viele Gründe für die unerwarteten Fehleinschätzungen und die daraus entstehenden Entwicklungen, auf die wir in der Kürze des Beitrags nicht weiter eingehen können. Nur noch einen Hinweis. Auch hier zeigen sich die Auswirkungen der Digitalisierung deutlich. Wir müssen dies bei allen Einschätzungen und weiteren Entwicklungen berücksichtigen. Was heisst das für unser Weiterdenken, für unsre Resilienz?

Resilienz braucht Bezugspunkt!

Zunächst: Bestandsaufnahme und Bewertung

Bei diesen weitreichenden Veränderungen müssen wir uns Fragen stellen: Wie konnte es zu diesen Entwicklungen kommen? Warum geht die Sicht, gehen die Erwartungen zwischen den USA und Europa nicht nur politisch-wirtschaftlich-militärisch, sondern auch in den christlichen Bereichen u. a. durch den christlichen Nationalismus immer weiter auseinander?

Wie schon im ersten Teil von „Widerstand und Ergebung“ ausgeführt, ist unsere Verantwortung, unsere Positionierung aus der Ergebung zu Gott zu bestimmen. Welche Schlüsse ziehen wir aus der Dynamic und den Fehleinschätzungen unserer Zeit? Wie klar sind unsere Bezugspunkte, um uns mit Jesus Christus auf dem Weg vom Ursprung zum Ziel auszurichten und zu ermutigen?

In unseren TTC online Beiträgen beschäftigen uns diese Fragen immer wieder. Gemeinsam sind auf der Suche nach Antworten. Dabei machen wir immer wieder Erfahrungen, die uns beim Weiterdenken weiter führen. Felix Ruther berichtet im Team über eine Begegnung in Zürich mit Brian Zahnd[1] aus den USA. Beeindruckt hat uns die Bereitschaft von Brian Zahnd seine Theologie aufzuarbeiten und sich aus der Verklammerung des US-Nationalismus zu lösen. „Jesus verdient eine bessere Theologie.“ Darauf verliessen 1000 Personen seine Megachurch.

Es gibt sie noch, die amerikanische Leiter, die im christlichen Nationalismus den falschen Weg sehen und bereit sind dafür einen Preis zu zahlen. Sehr ermutigend!

Thorsten Dietz hat den Abend mit Brian Zahnd im VBG-Zentrum Zürich unter dem Titel Brian Zahnd: Mit welcher Brille lesen wir die Bibel?[2] zusammengefasst. Der Artikel zeigt auf, wie sich einzelne Bewegungen, Gemeinschaften und Kirchen in den USA über eine lange Zeit von ihrem Ursprung weg bewegt haben. Dabei hat sich auch das Verständnis von biblischen Bildern und Inhalten verändert. Im Kampf gegen den „gemeinsamen Feind“ findet man sich trotz weiter bestehender Unterschiede (auch theologischer Art) für einen politischen Kampf mit den Republikanern zusammen. Es geht um die Bekämpfung des Liberalismus als Quelle des Bösen. Politisch werden dafür „Demokraten“ verantwortlich gemacht, während die Republikaner, als die gesehen werden, die christliche Werte vertreten. Es sind Sichten und Entwicklungen, die in den USA anders verlaufen sind als bei uns in Europa.

Ein anderer Einfluss kommt von der Tech-Elite. Einer der prägenden Personen ist Peter Thiel[3] der mit seinem christlich Hintergrund endzeitliche Sichten vertritt und promotet. So z. B. mit einem historischen Blick auf den Katechon.[4] Ein Bezug auf den Thessalonicher Brief und der Apokalypse und wie das Böse aufgehalten werden kann. Eine Verdrehung, ein Missbrauch biblischer Aussagen. Von diesem Denken sind jedoch Mitglieder der US Regierung, wie JD Vance und Pete Hegseth sowie einige Tech Milliardäre beeinflusst. Durch diese Sicht soll auch die Tech-Gläubigkeit gefördert werden.

Um diese Entwicklungen besser zu verstehen, braucht es mehr Informationen. Hierzu nehmen wir Bezug auf die Vielzahl von Recherchen und Veröffentlichungen. Eine Zusammenfassung enthält z. B. das neue Buch von Arnd Henze mit dem Titel „Mit Gott gegen die Demokratie – warum der christliche Nationalismus uns alle angeht“[5]

Wir müssen erkennen, dass in den weltweiten Machtkämpfen in unserer Zeit ein starker Missbrauch von biblischen Bildern und Texten stattfindet. Sichtbare Verführung! Mich beschäftigt stark die Frage: Welchen Einfluss hat das auf uns, unsere Sicht und Argumentationen? Wo haben wir biblische Bezugspunkte verloren?

Das führt uns zum nächsten Punkt „Verbundene Bezugspunkte“.

Verbundene Bezugspunkte

Die zentrale Frage ist: Worauf richten wir uns aus? Wofür und wie bauen wir? Womit stimmen wir überein?

Jesus Chritus hat uns gelehrt und mit den Jüngern gelebt, wie wir uns ausrichten sollen, wie wir bauen können und wie wir mit dem Willen des Vater übereinstimmen können, um so auch miteinander den richtigen Weg, die richtigen Bezugspunkte zu finden. Die Apostelgeschichte und die Briefe des Neuen Testamentes zeigen uns, wie aus Jüngern Apostel geworden sind. Wie sie immer wieder Jesus und das Wirken Jesu in uns bezeugen. Paulus über dieses Miteinander: Durch unseren Glauben gegenseitig ermutigt werden, ich durch euch und ihr durch mich. Römer 01,11-12

Es ist auch Vorbild für uns. Unsere Bezugspunkte und ihre Anwendung sind  im Neuen Testament zu finden. Dazu wird das Bild vom Tempel aus lebendigen Steinen gebraucht. Steine, die von Jesus eingefügt sind, die mit IHM verbunden sind und die uns in die von Gott gegebene Übereinstimmung führen. Dazu braucht es mehr als das Aufrufen einzelner Aussagen. Es braucht Verständnis über Inhalte, die Bauweise und das miteinander Bauen, wie Jesus es gelehrt und die Gemeinden es gelebt haben.

Bei komplexen Zusammenhängen bauen wir nach Architecture, heute nicht nur im Baubereich, auch in den verschiedenen technischen Bereichen bis hin zur IT Architecture, Business Architecture oder Finanz Architecture. Es erlaubt ein gleichzeitiges Bauen vom vielen Personen an unterschiedlichen Orten. Diese Arbeitsweise kann auch für den Gemeindebau mehr Übersicht schaffen und auch als Compass dienen.

Da Jesus unser Eckstein ist, nach dem wir uns ausrichten, haben wir unter CornerStone Architecture[6] damit begonnen, aus unserer Research Datenbank eine Architecture mit folgenden Bereichen (1) Ursprung und Ziel (2) Architecture (3) Roadmap und (4) Leadership aufzubauen.

Lasst uns miteinander daran arbeiten, die Resilienz in unseren Gemeinden in herausfordernden Zeiten zu stärken. Im Zeitalter der Digitalisierung ist gute und effiziente Zusammenarbeit über die eigenen Grenzen hinaus für viele Alltag. Lasst es uns auch für Widerstand und Ergebung, für unsere Resilienz praktizieren.


[1]  Brian Zahnd  https://brianzahnd.com/

[2] Thorsten Dietz, Brian Zahnd: Mit welcher Brille lesen wir die Bibel?

     Brian Zahnd: Mit welcher Brille lesen wir die Bibel?

[3] Peter Thiel https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Thiel

[4] Katechon https://de.wikipedia.org/wiki/Katechon

[5] Arnd Henze, «Mit Gott gegen die Demokratie», Gütersloher Verlagshaus

[6] Jürgen Rintz, TTC Working Paper CornerStone Architektur: https://ttc-cornerstone.org/cornerstone-architecture-und-roadmap/

Autoren: Jürgen Rintz mit Iris Fanger und Jürgen Rintz

Weitere Beiträge zu Dein Wille geschehe:

1 https://ttc-cornerstone.org/dein-wille-geschehe-1-prioritaetsverschiebung/

2 https://ttc-cornerstone.org/dein-wille-geschehe-2-foerderung-des-guten/

3 https://ttc-cornerstone.org/dein-wille-geschehe-3-wachsamkeit-unterscheidung-fuehrung/

Bibeltexte NGÜ mit freundlicher Genehmigung der Genfer Bibelgesellschaft https://bibelgesellschaft.com/de

Bild: shutterstock.com

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